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Solarertrag im Winter: was ein Solarmodul oder Balkonkraftwerk wirklich liefert

Ein 400-W-Modul liefert in Berlin im Dezember 0,35 kWh pro Tag — im Juni 1,77 kWh, also mehr als fünfmal so viel.

Die Zahl auf dem Typenschild ist die Leistung unter Laborbedingungen: volle Sonne senkrecht auf die Fläche, 25 °C. Auf einem Dach im Dezember gibt es weder das eine noch das andere. Unten rechnen Sie Ihren Fall mit PVGIS-Daten durch — nicht mit dem Versprechen aus dem Shop.

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Das ganze Jahr in einer Tabelle

Das ist der Teil, den kein Shop zeigt: dasselbe Modul, derselbe Ort, zwölf Monate.

Monat Durchschnitt In einem guten Jahr In einem schwachen Jahr

„Gutes“ und „schwaches Jahr“ sind keine Schätzung von uns: PVGIS gibt die Standardabweichung zwischen den Jahren an, und wir zeigen den Mittelwert plus beziehungsweise minus eine Standardabweichung.

Was dieser Rechner nicht kann

Er sagt nicht das Wetter von morgen voraus. Alle Zahlen oben sind Monatsmittel über viele Jahre. Im Dezember gibt es Wochen mit geschlossener Wolkendecke, in denen der Ertrag nahe null liegt — das ist keine Abweichung vom Mittel, sondern Teil davon. Ein Modul plant man für die Saison, nicht für einen bestimmten Tag.

Er kennt Ihr Dach nicht. Ein Schornstein, ein Baum oder das Nachbarhaus, das am Nachmittag Schatten wirft, nimmt oft mehr weg als eine ungünstige Ausrichtung. Das sieht man in Satellitendaten nicht.

Er ersetzt keine Anlagenplanung. Er zeigt die Größenordnung, damit Sie wissen, ob es sich überhaupt lohnt, genauer zu planen — und worüber Sie mit einem Installationsbetrieb sprechen.

Die Erkenntnis, die meist überrascht

Im Winter schneidet ein senkrecht montiertes Modul am Südbalkon sogar besser ab als eines auf dem Schrägdach: in Berlin im Dezember 0,42 kWh gegenüber 0,35 kWh vom Dach mit 35°. Der Grund ist einfach — die Wintersonne steht tief und trifft die senkrechte Fläche in einem besseren Winkel. Im Sommer kehrt sich das Verhältnis um, und zwar deutlich.

Für die Vorsorge bei Stromausfall zählen Dezember und Januar, nicht der Juni: Dann liefert das Modul am wenigsten, und die Tage sind am kürzesten. Wer die Powerstation im Winter nachladen will, rechnet mit der Zeile, die in der Tabelle mit „am wenigsten“ markiert ist — nicht mit der Zahl auf der Verpackung.

Balkonkraftwerk: was seit dem Solarpaket I gilt

Für Steckersolargeräte — im Alltag „Balkonkraftwerk“ — nennt § 8 Absatz 5a EEG zwei Grenzen: bis 2 Kilowatt installierte Modulleistung und bis 800 Voltampere Wechselrichterleistung (im Handel meist „800 W“ genannt). Die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur bleibt Pflicht — innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme (§ 5 MaStRV); zusätzliche Meldungen an den Netzbetreiber können nach dem Gesetzestext nicht verlangt werden. Diese Regelung kam mit dem Solarpaket I im Jahr 2024.

Der Rechner oben rechnet mit der Modulleistung, nicht mit der Wechselrichtergrenze: Bei einem 800-VA-Wechselrichter und zum Beispiel zwei 400-W-Modulen ändert die Begrenzung im Dezember praktisch nichts, weil die Module ihre Nennleistung dann ohnehin nicht erreichen. Im Juni zur Mittagszeit kappt der Wechselrichter die Spitze — der Tagesertrag aus PVGIS berücksichtigt das nicht; bei 800 Wp Modulleistung betrifft das nur die Mittagsspitzen sonniger Sommertage.

Bei Stromausfall schaltet das Balkonkraftwerk ab

Das ist der Punkt, den viele erst nach dem Kauf erfahren. Ein netzgekoppelter Wechselrichter muss nach der Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 über einen Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz) verfügen: Fällt die Netzspannung aus, trennt er die Anlage vom Netz. Das schützt die Monteure, die an der Leitung arbeiten — und es bedeutet, dass ein Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall nichts liefert, auch nicht mittags im Juni.

Bei einem Stromausfall liefert nur ein Speicher Strom, der ohne Netz weiterläuft: eine Powerstation oder ein Batteriespeicher mit eigener Notstrom-Steckdose beziehungsweise Inselbetrieb, den das Modul direkt über Gleichstrom lädt. Ob ein bestimmtes Gerät das kann, steht im Datenblatt unter „Notstrom“, „Inselbetrieb“ oder „Off-Grid“ — wir haben das bei keinem Produkt geprüft und nennen deshalb keines. Bei 3 der 4 Module im Shop-Block oben nennt der Händler einen MC4-Ausgang zum Laden von Powerstations — also genau diesen Weg ohne Netzwechselrichter; bei den übrigen prüfen Sie den Anschluss im Datenblatt.

Woher die Zahlen stammen

Die Daten stammen aus PVGIS — dem Rechner der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC). PVGIS rechnet mit langjährigen Satellitenreihen der Bewölkung und mit Bodendaten. Wir haben Version 5.3 mit 14 % Systemverlusten verwendet — das ist der Standardwert des Dienstes für Systemverluste. Wir haben ihn nicht zu unseren Gunsten verändert.

Wie viele Wattstunden Ihr Haushalt braucht und welche Powerstation dafür ausreicht, rechnen Sie im Vorratsplaner und im Leistungsrechner. Wie viele Stunden ein Akku mit Wechselrichter durchhält, zeigt der Akku-und-Wechselrichter-Rechner; alle Werkzeuge finden Sie in der Rechner-Übersicht.

Häufige Fragen

Wie viel Strom liefert ein 400-W-Modul im Winter?

Nach den Daten von PVGIS (Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission) liefert ein 400-W-Modul auf einem Dach mit 35° Neigung nach Süden in Berlin im Dezember durchschnittlich 0,35 kWh pro Tag, im Juni 1,77 kWh. Der beste Monat bringt mehr als fünfmal so viel wie der schlechteste. Die Leistung auf dem Typenschild (400 W) gilt für Laborbedingungen, nicht für ein Dach im Dezember.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk im Winter?

Im Winter schneidet ein senkrecht montiertes Modul am Südbalkon sogar besser ab als eines auf dem Schrägdach: in Berlin im Dezember 0,42 kWh pro Tag gegenüber 0,35 kWh vom Dach mit 35°, weil die Wintersonne tief steht. Im Sommer kehrt sich das Verhältnis um, und die senkrechte Montage verliert deutlich. Ob sich die Anschaffung rechnet, hängt von Ihrem Verbrauch und Strompreis ab; das beurteilt dieser Rechner nicht.

Funktioniert ein Balkonkraftwerk bei Stromausfall?

Nein. Ein netzgekoppelter Wechselrichter muss nach VDE-AR-N 4105 über einen Netz- und Anlagenschutz verfügen, der die Anlage vom Netz trennt, sobald die Netzspannung ausfällt. Bei einem Stromausfall liefert ein Balkonkraftwerk deshalb nichts — auch nicht mittags im Juni. Bei Stromausfall hilft nur ein Speicher mit eigener Notstrom-Steckdose oder Inselbetrieb, etwa eine Powerstation, die das Modul direkt über Gleichstrom lädt.

Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?

Nach § 8 Absatz 5a EEG gelten für Steckersolargeräte bis 2 Kilowatt Modulleistung und 800 Voltampere Wechselrichterleistung vereinfachte Regeln: Die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur bleibt Pflicht — innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme (§ 5 MaStRV); zusätzliche Meldungen an den Netzbetreiber können nicht verlangt werden. Diese Regelung kam mit dem Solarpaket I im Jahr 2024.