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Ein Kühlschrank mit 180 W braucht eine Stromquelle mit 900 W

Auf dem Typenschild steht die Betriebsleistung. Motor und Kompressor ziehen im Anlaufmoment ein Vielfaches davon. Rechnen Sie das nach, bevor Sie ein Notstromaggregat oder eine Powerstation kaufen — ein Gerät, das „nach Typenschild“ gewählt wurde, startet nichts.

Was bei Stromausfall laufen soll
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Woher die Differenz kommt

Ein Motor zieht im Anlaufmoment ein Vielfaches seines Betriebsstroms. Das Datenblatt des Secop HMK80AA, des Kompressors eines typischen Haushaltskühlschranks mit R600a, nennt drei verschiedene Ströme: Betriebsstrom 0,8 A, Strom bei blockiertem Rotor 3,55 A und Einschaltstrom 10 A. Auf dem Typenschild des Kühlschranks sehen Sie nur den ersten.

Hersteller von Wechselrichtern veröffentlichen das als Faktoren. Samlex gibt für Kühlschränke, Gefriergeräte und Klimageräte den Faktor fünf an — und dieser Faktor bezieht sich auf die Nennleistung der Quelle, nicht auf ihre Spitzenleistung. Diese Unterscheidung wird fast immer übersehen.

Deshalb addiert der Rechner zur Summe der Betriebsleistungen nur einen einzigen, den schwersten Anlauf. Dass zwei Motoren gleichzeitig starten, ist möglich, aber selten — es immer anzunehmen, würde die nötige Leistung verdoppeln und Sie unnötig Geld kosten.

Leistung ist nicht Kapazität

Die Kapazität sagt, wie lange. Die Leistung sagt, ob überhaupt. Eine Powerstation mit 1024 Wh und einer 600-W-Steckdose startet keinen Verbraucher, der 1500 W verlangt — auch mit vollem Akku nicht.

Wie viele Wattstunden Ihr Haushalt über 72 Stunden oder zehn Tage verbraucht, rechnet der Vorratsplaner. Diese Seite beantwortet die zweite Frage: wie stark die Quelle sein muss, damit überhaupt etwas anläuft. Wer Akku und Wechselrichter selbst zusammenstellt, findet die Rechnung dazu im Akku-und-Wechselrichter-Rechner.

Notstromaggregat oder Powerstation

Liegt Ihre Summe unter etwa tausend Watt und ist keine Brunnenpumpe dabei, spricht das in der Regel für eine Powerstation. Der Motor eines konventionellen Aggregats läuft mit konstanter Drehzahl und verbraucht auch bei kleiner Last einen erheblichen Teil des Kraftstoffs — ein kleiner Verbraucher wie ein Router ist damit unwirtschaftlich. Beides ist unsere Einschätzung, keine Messung.

Steht eine Brunnenpumpe in der Liste, kommen nur wenige, große Powerstations in Frage: Vergleichen Sie die Dauer- und Spitzenleistung auf der Produktseite mit dem Ergebnis oben — reicht sie nicht, ist das Aggregat das richtige Gerät. Was dabei in Deutschland zusätzlich gilt, steht im nächsten Abschnitt.

Was in Deutschland für ein Notstromaggregat gilt

Der Strom eines Aggregats wird nie über eine Steckdose in die Hausinstallation eingespeist. Der Stecker an einem solchen Kabel hätte spannungsführende Kontakte, und der Strom liefe rückwärts ins öffentliche Netz — an dem während eines Ausfalls Monteure arbeiten, die die Leitung für spannungsfrei halten. Der Anschluss an die Hausinstallation erfolgt ausschließlich über eine Netzumschaltung, die eine Verbindung von Aggregat und öffentlichem Netz ausschließt, und die installiert eine Elektrofachkraft. Die Anforderungen an solche Anlagen stehen in der Vornorm DIN VDE V 0100-551-2 (Ausgabe Oktober 2023). Warum umgekehrt der netzgekoppelte Wechselrichter eines Balkonkraftwerks bei Stromausfall abschaltet (VDE-AR-N 4105), erklärt der Beitrag Balkonkraftwerk bei Stromausfall.

Die Abgase eines Verbrennungsmotors enthalten Kohlenmonoxid — geruchlos, unsichtbar und in geschlossenen Räumen innerhalb kurzer Zeit tödlich. Ein Aggregat läuft deshalb nur im Freien: nicht in der Garage, nicht im Keller, nicht im Hausflur — und eine offene Tür oder ein offenes Tor macht aus einem Innenraum keinen Platz im Freien. Das BBK sagt es in seiner Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ (Stand Januar 2019) ebenso: Stromerzeuger gehören nicht in Innenräume. Ein CO-Melder ersetzt diese Regel nicht, er ergänzt sie.

Lärmschutz, die Lagerung von Kraftstoff und die Information des Netzbetreibers sind eigene Themen und werden auf dieser Seite nicht behandelt; sie stehen im Beitrag Notstromaggregat zu Hause.

Woher diese Zahlen stammen

Die Anlauffaktoren für Kühlgeräte stammen aus Unterlagen des Wechselrichterherstellers Samlex, die Kompressorströme aus dem Datenblatt von Secop. Die Betriebsleistungen der übrigen Verbraucher sind typische Werte für Wohnungen und Häuser, also unsere eigene Schätzung der Größenordnung. Die Leistung Ihres Geräts weicht davon ab und steht auf dem Typenschild. Dieser Rechner ersetzt das Typenschild nicht; er zeigt, warum das Typenschild allein nicht reicht. Wie wir die Herkunft von Zahlen kennzeichnen, beschreibt die Methodik. Weitere Werkzeuge: alle Rechner im Überblick.

Häufige Fragen

Warum braucht ein Kühlschrank mit 180 W eine Quelle mit 900 W?

Weil auf dem Typenschild die Betriebsleistung steht, nicht der Anlaufstrom des Kompressors. Das Datenblatt des Kompressors Secop HMK80AA nennt einen Betriebsstrom von 0,8 A und einen Einschaltstrom von 10 A. Hersteller von Wechselrichtern, zum Beispiel Samlex, geben für Kühlschränke, Gefriergeräte und Klimageräte den Faktor fünf an — bezogen auf die Nennleistung der Quelle.

Was ist der Unterschied zwischen Leistung und Kapazität bei einer Powerstation?

Die Kapazität in Wattstunden sagt, wie lange ein Gerät läuft. Die Leistung in Watt sagt, ob es überhaupt anläuft. Eine Powerstation mit 1024 Wh und einer Steckdose mit 600 W startet keinen Verbraucher, der 1500 W verlangt — unabhängig vom Energievorrat.

Darf ich ein Notstromaggregat über eine Steckdose an das Hausnetz anschließen?

Nein. Der Strom eines Aggregats wird nie über eine Steckdose in die Hausinstallation eingespeist: Der Stecker hätte spannungsführende Kontakte, und der Strom liefe rückwärts ins öffentliche Netz, an dem während eines Ausfalls Monteure arbeiten. Der Anschluss an die Hausinstallation erfolgt über eine Netzumschaltung, die eine Verbindung zum öffentlichen Netz ausschließt — installiert von einer Elektrofachkraft nach der Vornorm DIN VDE V 0100-551-2 (Ausgabe Oktober 2023).

Darf ein Notstromaggregat in der Garage oder im Keller laufen?

Nein. Die Abgase eines Verbrennungsmotors enthalten Kohlenmonoxid, das geruchlos ist und sich in geschlossenen Räumen schnell bis zu einer tödlichen Konzentration ansammelt. Ein Aggregat läuft nur im Freien — nicht in Garage, Keller oder Hausflur; eine offene Tür oder ein offenes Tor macht aus einem Innenraum keinen Platz im Freien. Das BBK sagt es in seiner Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ (Stand Januar 2019) ebenso: Stromerzeuger gehören nicht in Innenräume.