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Am Warntag um 11:00 Uhr zeigt sich, ob Ihr Handy im Ernstfall warnt — und woran es liegt, wenn es stumm bleibt

Ein Smartphone, über dessen Display Funkwellen ausgehen, daneben der Trichter einer Sirene — Warnung über Cell Broadcast und Sirene

Am bundesweiten Warntag — in diesem Jahr am Donnerstag, dem 10. September 2026 — löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) um 11:00 Uhr eine Probewarnung aus; um 11:45 Uhr folgt die Entwarnung (BBK, Pressemitteilung 2026). Auf dem Handy kommt die Warnung über Cell Broadcast an, sofern das Gerät eingeschaltet ist, nicht im Flugmodus steht und mindestens Android 11 oder iOS 16.1 hat (BBK, 2023). Eine App, eine Registrierung oder eine Internetverbindung braucht Cell Broadcast nicht — die Warn-Apps NINA und KATWARN sind ein zweiter, davon unabhängiger Kanal.

Was passiert am Warntag um 11:00 Uhr?

Um 11:00 Uhr löst das BBK die Probewarnung aus. Sie geht gleichzeitig an alle angeschlossenen Warnmittel — auf dem Handy als Cell-Broadcast-Nachricht mit auffälligem Signalton und als Meldung der Warn-Apps. Um 11:45 Uhr folgt die Entwarnung. Neu ist in diesem Jahr, dass auch die Entwarnung erstmals über Cell Broadcast verschickt wird (BBK, Pressemitteilung 2026). Vom 10. bis 18. September fragt das BBK anschließend in einer Bürgerumfrage auf warntag-umfrage.de ab, wen die Warnung erreicht hat und wen nicht.

Der Warntag ist eine Übung: Sie prüfen an einem bekannten Termin, was im Ernstfall auf Ihrem Gerät ankommt. Wie ein solcher Ernstfall aussieht, hat Berlin im Januar 2026 gezeigt: Nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Lichterfelde waren rund 45 000 Haushalte etwa vier Tage ohne Strom (Wikipedia, 2026). Cell Broadcast und NINA haben dort nach Einschätzung der Katastrophenforschung der FU Berlin funktioniert (FU Berlin, 2026) — ein Grund mehr, die Einstellungen vorher in Ordnung zu bringen. Wie häufig solche Ausfälle in Deutschland wirklich sind, ordnen wir an anderer Stelle mit den Zahlen der Bundesnetzagentur ein.

Cell Broadcast, NINA oder KATWARN — was brauche ich?

Cell Broadcast ist in Deutschland seit dem 23. Februar 2023 in Betrieb (BBK, Pressemitteilung 2023). Die Warnung wird vom Mobilfunkmast an alle geeigneten Handys in der betroffenen Funkzelle gesendet — ohne App, ohne Anmeldung, ohne Internet. Die Stiftung Warentest hielt 2023 fest, dass Cell Broadcast in der Regel auch in überlasteten Netzen funktioniert (test.de, 2023). Das BBK unterscheidet drei Warnstufen: Warnstufe 1, die höchste, lässt sich am Gerät nicht abschalten; die Stufen 2 und 3 schon — das BBK rät, auch sie eingeschaltet zu lassen (BBK, Technische Informationen).

NINA ist die Warn-App des BBK. Sie bündelt auch die Meldungen von KATWARN und BIWAPP, sodass eine App genügt, um alle drei Systeme zu empfangen; die Stiftung Warentest nannte 2023 rund 10 Millionen Nutzerinnen und Nutzer (test.de, 2023). Zur Standortabfrage schreibt das BBK, der Standort werde „nur innerhalb der App geprüft“ und weder auf einem Server verarbeitet noch dort gespeichert (BBK, Warn-App NINA). NINA setzt allerdings eine Internetverbindung voraus.

KATWARN und BIWAPP sind weitere Warn-Apps. Die Stiftung Warentest hielt es 2023 für sinnvoll, neben NINA mindestens eine von ihnen als zweiten Kanal zu installieren (test.de, 2023).

Für die Vorsorge heißt das: Cell Broadcast ist die Grundausstattung, die auf einem aktuellen Handy von selbst vorhanden ist. Das BBK führt in seiner Checkliste unter „Information und Kommunikation“ zusätzlich die Warn-App NINA, ein Batterie- oder Kurbelradio, eine aufgeladene Powerbank und eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier zusammen (BBK, Checkliste 2025).

Warum bleibt mein Handy am Warntag stumm?

Das ist nach jedem Warntag die häufigste Frage. Das BBK nennt in seinen FAQ zu Cell Broadcast typische Ursachen (BBK, FAQ Cell Broadcast):

  • Betriebssystem zu alt. Cell Broadcast setzt Android ab Version 11 oder iOS ab Version 16.1 voraus (BBK, 2023). Ältere Geräte zeigen die Nachricht nicht an, auch wenn sonst alles stimmt.
  • Warnstufen deaktiviert. Die Probewarnung erreicht Sie nur, wenn Warnungen — einschließlich Test- und Probewarnungen — am Gerät zugelassen sind. Suchen Sie in den Einstellungen nach Begriffen wie „Notfallbenachrichtigungen“ oder „Notfallwarnungen“ (Android) beziehungsweise „Testwarnungen“ (iOS); der genaue Pfad unterscheidet sich je nach Hersteller und Version.
  • Flugmodus oder ausgeschaltet. Ein Gerät ohne Verbindung zum Mobilfunk kann keine Warnung empfangen. Cell Broadcast läuft über den Mast, nicht über WLAN.
  • Nur 2G. Geräte, die ausschließlich im 2G-Netz eingebucht sind, können laut BBK leer ausgehen.
  • Herstellersoftware. Manche Hersteller behandeln Warnungen in ihrer eigenen Oberfläche anders als das Standard-Android.

Was tun, wenn am Warntag nichts ankommt?

  1. Prüfen Sie die Punkte oben in dieser Reihenfolge: Version des Betriebssystems, zugelassene Warnungen, Flugmodus.
  2. Vergleichen Sie mit Geräten in der Nähe. Haben andere Handys im selben Raum gewarnt, liegt es an Ihrem Gerät oder seinen Einstellungen; hat keines gewarnt, eher an der Funkzelle.
  3. Installieren Sie NINA als zweiten Kanal. Die App steht auf der Checkliste des BBK und meldet auch dann, wenn Ihr Gerät für Cell Broadcast nicht geeignet ist — vorausgesetzt, es hat Internet.
  4. Melden Sie es dem BBK. Die Bürgerumfrage auf warntag-umfrage.de läuft vom 10. bis 18. September.
  5. Planen Sie einen Kanal ohne Handy ein. Ein Batterie- oder Kurbelradio aus der BBK-Checkliste warnt auch dann, wenn das Mobilfunknetz ausfällt.

Warum gehört eine geladene Powerbank zum Vorrat?

Eine Warnung nützt nur, wenn das Handy noch läuft. Genau dort lag in Berlin im Januar 2026 ein Teil des Problems: Die Katastrophenforschung der FU Berlin zählt das Laden der Telefone zu den Dingen, die während des viertägigen Ausfalls nicht mehr funktionierten (FU Berlin, 2026); zudem fielen 86 Basisstationen des Mobilfunks aus (Wikipedia, 2026). Einheitliche Vorgaben, wie lange ein Mobilfunkmast ohne Netzstrom weitersenden muss, gibt es in Deutschland nicht; nach Branchenangaben, die Verivox zusammengetragen hat, halten viele Basisstationen nur etwa 30 Minuten durch, manche einige Stunden (Verivox, Sekundärquelle).

Das BBK setzt die aufgeladene Powerbank deshalb ausdrücklich auf seine Checkliste (BBK, Checkliste 2025). Wie viel eine Powerbank tatsächlich liefert, steht allerdings nicht auf der Verpackung: Die Angabe in Milliamperestunden bezieht sich auf die Zellen, nicht auf das, was am Kabel ankommt, und beim Umwandeln geht ein Teil verloren. Wie oft eine 20 000-mAh-Powerbank Ihr Handy wirklich lädt, rechnet unser Rechner mit wählbarem Wirkungsgrad aus — und umgekehrt, welche Kapazität Sie für eine bestimmte Zahl von Ladungen brauchen.

Für einen mehrtägigen Ausfall reicht eine Powerbank allein nicht: Wer Router, Licht oder den Kühlschrank versorgen will, landet bei einer Powerstation. Welche Leistung und Kapazität das erfordert, zeigen der Leistungsrechner für Notstrom und der Rechner für Akku und Wechselrichter. Den Gesamtbedarf für die vom BBK empfohlenen zehn Tage — Wasser, Lebensmittel und Strom — stellt der Vorratsplaner nach Haushaltsgröße zusammen; weitere Texte zum Stromausfall finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.

Häufige Fragen

Brauche ich NINA, wenn mein Handy Cell Broadcast empfängt?

Nicht zwingend, aber sinnvoll. Cell Broadcast erreicht jedes geeignete Handy in der Funkzelle ohne App; NINA liefert zusätzlich ausführlichere Meldungen, setzt aber eine Internetverbindung voraus. Das BBK führt beides auf seiner Checkliste (BBK, Checkliste 2025), und die Stiftung Warentest hielt 2023 für sinnvoll: NINA plus einer zweiten App (test.de, 2023).

Funktioniert Cell Broadcast auch bei Stromausfall?

Solange der Mobilfunkmast in Ihrer Nähe sendet, ja — Cell Broadcast braucht keinen Internetzugang. Bei einem längeren Ausfall hängt alles von der Notstromversorgung der Basisstationen ab, für die es keine einheitlichen Vorgaben gibt; in Berlin fielen im Januar 2026 86 Basisstationen aus (Wikipedia, 2026). Ein geladenes Handy und ein Batterieradio ergänzen die Warnung, ersetzen sie aber nicht.

Kann ich die Warnungen auf dem Handy abschalten?

Teilweise. Warnstufe 1 lässt sich nach Angaben des BBK nicht deaktivieren, die Stufen 2 und 3 schon. Das BBK rät davon ab, sie auszuschalten — und am Warntag ist ein stummes Handy häufig genau darauf zurückzuführen (BBK, Technische Informationen).

Quellen

Die Angaben des BBK haben wir am 5. September 2026 nachgelesen. PrepGear führt keine eigenen Tests durch; wie wir rechnen und was wir nicht wissen, steht in der Methodik.

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