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Wärmepumpe mit Balkonkraftwerk: Wie viel Strom deckt es Monat für Monat?
Kurz gesagt: im Winter wenig. Ein Balkonkraftwerk mit 800 Wp in Berlin deckt nach unserer Rechnung von Dezember bis Februar rund 2,9 % des Stroms einer Wärmepumpe, übers Jahr rund 5,4 %. Der Rechner zeigt das für Ihre Stadt, Ihre Module und Ihren Verbrauch – Monat für Monat, mit und ohne Speicher, nach den Solardaten von PVGIS.
Im Winter (Dezember bis Februar) deckt das Balkonkraftwerk rund 2,9 % des Wärmepumpenstroms.
Übers Jahr sind es 5,4 %: 260 kWh von 4 800 kWh. Selbst wenn jede Kilowattstunde des Balkonkraftwerks in die Wärmepumpe ginge, wären es im Winter höchstens 4,1 % und übers Jahr 12 %.
- Strom der Wärmepumpe im Jahr
- 4 800 kWh
- davon Dezember bis Februar
- 2 416 kWh
- Ertrag des Balkonkraftwerks im Jahr
- 607 kWh
- davon Dezember bis Februar
- 98 kWh
- Für die Wärmepumpe direkt aus der Sonne
- 260 kWh
- Mit Speicher insgesamt
- 260 kWh
| Monat | Temperatur | Wärmepumpe | Balkonkraftwerk | ohne Speicher | mit Speicher | Obergrenze |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Januar | 0,9 °C | 887 kWh | 28 kWh | 2,3 % | 2,3 % | 3,2 % |
| Februar | 1,7 °C | 753 kWh | 44 kWh | 4,2 % | 4,2 % | 5,9 % |
| März | 4,6 °C | 655 kWh | 60 kWh | 6,2 % | 6,2 % | 9,2 % |
| April | 9,7 °C | 378 kWh | 66 kWh | 9,8 % | 9,8 % | 18 % |
| Mai | 14,3 °C | 208 kWh | 60 kWh | 12 % | 12 % | 29 % |
| Juni | 18,6 °C | 54 kWh | 55 kWh | 17 % | 17 % | 100 % |
| Juli | 20,2 °C | 53 kWh | 56 kWh | 17 % | 17 % | 100 % |
| August | 19,5 °C | 54 kWh | 61 kWh | 18 % | 18 % | 100 % |
| September | 15,6 °C | 58 kWh | 65 kWh | 19 % | 19 % | 100 % |
| Oktober | 10,6 °C | 351 kWh | 53 kWh | 8,0 % | 8,0 % | 15 % |
| November | 5,7 °C | 573 kWh | 33 kWh | 3,7 % | 3,7 % | 5,8 % |
| Dezember | 2,6 °C | 776 kWh | 26 kWh | 2,3 % | 2,3 % | 3,3 % |
Eigene Rechnung. „Obergrenze“ heißt: Jede Kilowattstunde des Balkonkraftwerks ginge in die Wärmepumpe. Die Spalten davor teilen den Solarstrom Stunde für Stunde zwischen Wärmepumpe und übrigem Haushalt nach ihrem Verbrauch in dieser Stunde. Heizstrom verteilen wir nach Gradtagen und der Temperaturabhängigkeit der Leistungszahl (COP) auf die Monate, Warmwasser nach Tagen – bei Luft/Wasser ebenfalls mit der Leistungszahl. Die Voreinstellungen sind Beispielwerte: 4 000 kWh fürs Heizen, 800 kWh für Warmwasser, 3 500 kWh übriger Haushalt. Nichts davon wird gespeichert oder gesendet.
Wärmepumpe mit Balkonkraftwerk unterstützen: Was im Winter ankommt
Bedarf und Ertrag laufen über das Jahr gegeneinander: Die Wärmepumpe braucht ihren Strom vor allem in den kalten Monaten, das Balkonkraftwerk liefert ihn vor allem im Sommer. Im Beispiel erzeugen 800 Wp senkrecht an einem Südbalkon in Berlin im Dezember 26 kWh, während die Wärmepumpe 776 kWh braucht. Selbst wenn jede dieser Kilowattstunden in die Wärmepumpe flösse, wären es im Winter höchstens 4,1 % ihres Stroms. Tatsächlich teilt sich die Wärmepumpe den Solarstrom mit Kühlschrank, Licht und allem anderen, was gerade läuft – deshalb bleiben rund 2,9 %.
Im Juni sieht die Tabelle anders aus: Dann deckt dasselbe Balkonkraftwerk rund 17 % des Stroms, den die Wärmepumpe noch braucht – fast nur für Warmwasser. Wie viel ein Modul in Ihrer Stadt über das Jahr liefert, zeigt der Solarertrag-Rechner für Balkonkraftwerke.
Wärmepumpe mit Balkonkraftwerk betreiben?
Nicht im Sinne von „ohne Netz“. Ein Balkonkraftwerk darf nach § 8 Abs. 5a EEG mit höchstens 2 Kilowatt Modulleistung und 800 Voltampere Wechselrichterleistung ins Hausnetz einspeisen. Es verringert, was die Wärmepumpe aus dem Netz zieht; den Rest liefert weiter das Netz. Fällt das Netz aus, schaltet das Balkonkraftwerk ab – auch bei Sonne. Warum das so ist, steht im Beitrag Balkonkraftwerk als Notstrom; was die Wärmepumpe dann an Aggregat oder Speicher bräuchte, rechnet der Notstrom-Rechner für die Wärmepumpe.
Warmwasser-Wärmepumpe und Balkonkraftwerk
Besser passt eine Wärmepumpe, die das ganze Jahr Strom braucht: die Brauchwasser-Wärmepumpe, die nur Warmwasser bereitet und meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum steht. Rechnet man im Beispiel nur mit ihren 800 kWh im Jahr, deckt das Balkonkraftwerk rund 14 % davon. Mit einem Zeitprogramm, das das Wasser mittags von 11 bis 15 Uhr aufheizt, sind es rund 24 %; die Obergrenze liegt bei 76 %. Den Jahresstromverbrauch einer Brauchwasser-Wärmepumpe finden Sie auf dem EU-Energielabel des Geräts. Auch bei einer Heizungs-Wärmepumpe lohnt das Zeitprogramm: Im Beispiel bringt es rund 50 kWh im Jahr zusätzlich – am meisten im Sommer.
Lohnt sich ein Speicher für die Wärmepumpe?
Für den Winter nicht. Ein Speicher lädt nur, was das Haus im Moment nicht verbraucht. Im Winter bleibt davon nichts übrig: Die Wärmepumpe und der übrige Haushalt nehmen den Solarstrom sofort ab. Im Beispiel bringt ein Speicher mit 2 kWh der Wärmepumpe übers Jahr weniger als 1 kWh. Selbst mit 2 000 Wp auf einem Süddach, dem Maximum für ein Balkonkraftwerk, sind es rund 66 kWh; im Winter deckt diese Anlage rund 6,5 % des Wärmepumpenstroms, übers Jahr rund 14 %.
Eine Einschränkung gehört dazu: Unser Rechner lässt den Haushalt so gleichmäßig verbrauchen wie ein Standardlastprofil. Echte Haushalte haben mittags oft weniger Grundlast und dafür kurze Spitzen; dann fließt im Sommer mehr Solarstrom ins Netz oder in einen Speicher, als der Rechner zeigt. Am Winter ändert das nichts. Ob sich ein Speicher dagegen für einen dynamischen Stromtarif lohnt, zeigt der Rechner für dynamische Stromtarife und Speicher.
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Balkonkraftwerk und Wärmepumpe mit eigenem Stromzähler
Viele Wärmepumpen hängen an einem eigenen Zähler, etwa für einen Wärmepumpentarif. Das Balkonkraftwerk steckt dagegen in einer Steckdose des Haushaltsstromkreises. Was es erzeugt, verbraucht zuerst der Haushalt hinter dem Haushaltszähler; der Überschuss fließt ins Netz. Die Wärmepumpe hinter ihrem eigenen Zähler bezieht ihren Strom weiter aus dem Netz – der Rechner oben gilt dann nur, wenn beide an einem gemeinsamen Zähler hängen.
Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG, zu denen Wärmepumpen gehören, schreibt die Bundesnetzagentur zum Modul 2 der Netzentgelt-Reduzierung: „Technische Voraussetzung ist ein separater Zähler.“ Sonst ist ein separater Zählpunkt nach ihren Angaben nicht notwendig; Betreiber haben die Wahl zwischen einem separaten Zähler und dem allgemeinen Hauszähler. Welches Messkonzept bei Ihnen gilt und ob es sich ändern lässt, klären Sie mit Ihrem Netzbetreiber und einem Elektrofachbetrieb – das ist keine Rechtsberatung, sondern die Wiedergabe der Quelle. Wie viel Strom die Wärmepumpe im Jahr braucht, falls Sie keinen eigenen Zähler ablesen können, schätzt der Tarifrechner aus Gasverbrauch oder Energieausweis.
Mehr als ein Balkonkraftwerk?
Wer die Wärmepumpe spürbar mit Solarstrom versorgen will, braucht mehr Fläche als einen Balkon. Wie viele Module auf Ihr Dach passen und was sie im Dezember liefern, zeigt der PV-Planer für das eigene Dach. Auch dort gilt: Im Dezember liefert dieselbe Fläche nur einen Bruchteil des Juni-Ertrags. Alle Werkzeuge stehen in der Rechner-Übersicht.
Häufige Fragen
Kann man eine Wärmepumpe mit einem Balkonkraftwerk betreiben?
Nicht allein. Ein Balkonkraftwerk speist höchstens 800 Voltampere ins Hausnetz ein und schaltet ab, sobald das Netz fehlt. Es kann den Strom, den die Wärmepumpe aus dem Netz bezieht, nur verringern – im Beispiel mit 800 Wp in Berlin um rund 5,4 % im Jahr.
Wie viel Strom der Wärmepumpe deckt ein Balkonkraftwerk im Winter?
Wenig. Im Beispiel liefert das Balkonkraftwerk im Dezember 26 kWh, die Wärmepumpe braucht 776 kWh. Von Dezember bis Februar deckt es rund 2,9 % ihres Stroms; selbst wenn jede Kilowattstunde in die Wärmepumpe ginge, wären es höchstens 4,1 %.
Lohnt sich ein Speicher, um die Wärmepumpe mit dem Balkonkraftwerk zu unterstützen?
Für den Winter nicht: Dann verbraucht das Haus den Solarstrom sofort, für den Speicher bleibt nichts übrig. Im Beispiel bringt ein Speicher mit 2 kWh der Wärmepumpe übers Jahr weniger als 1 kWh.
Hilft ein Balkonkraftwerk, wenn die Wärmepumpe einen eigenen Stromzähler hat?
Nicht, wenn beide an verschiedenen Zählern hängen: Das Balkonkraftwerk steckt im Haushaltsstromkreis und entlastet den Haushaltszähler, die Wärmepumpe hinter ihrem eigenen Zähler bezieht ihren Strom weiter aus dem Netz. Wie Ihre Zähler geschaltet sind, weiß Ihr Netzbetreiber.
Passt eine Warmwasser-Wärmepumpe besser zu einem Balkonkraftwerk?
Besser als eine Heizungs-Wärmepumpe, weil sie das ganze Jahr Strom braucht. Im Beispiel deckt das Balkonkraftwerk rund 14 % des Stroms einer Brauchwasser-Wärmepumpe, mit Zeitprogramm am Mittag rund 24 %.
Quellen und Annahmen
- PVGIS 5.3 (Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission): Ertrag je Monat und Stadt wie im Solarertrag-Rechner; Tagesverlauf und Streuung der Tage aus der Stundenreihe für Frankfurt am Main (PVGIS-SARAH3, 2005–2023, fünf Klassen von trüben bis sonnigen Tagen); Monatsmittel der Lufttemperatur aus ERA5, 2005–2023, abgerufen am 26.09.2026. Das sind Werte einer Rasterzelle des Wettermodells, keine Stationsmessung; in Städten am Gebirgsrand wie Freiburg liegen sie spürbar unter den Werten vor Ort.
- Deutscher Wetterdienst, Monatliche Gradtage nach VDI 3807 – Raumtemperatur 20 °C, Heiztage unter 15 °C Tagesmittel. Wir rechnen vereinfacht mit dem Monatsmittel statt mit jedem Tag.
- § 8 EEG 2023 – Abs. 5a: bis zu 2 Kilowatt Modulleistung und 800 Voltampere Wechselrichterleistung.
- Bundesnetzagentur, Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen – Modul 2 und separater Zähler.
- Delegierte Verordnung (EU) Nr. 812/2013 – Energielabel für Warmwasserbereiter.
- Speicher: Wirkungsgrad des vollen Zyklus 80 % – unsere Wahl innerhalb der Spanne, die die Stromspeicher-Inspektion der HTW Berlin veröffentlicht; nutzbare Kapazität = Angabe des Herstellers ÷ 1,25 wie im Vorratsplaner. Übriger Haushalt: Voreinstellung 3 500 kWh wie der Musterhaushalt der BDEW-Strompreisanalyse, verteilt nach unserem Standardlastprofil aus dem Tarifrechner.
- Unsere Annahmen: Die Leistungszahl (COP) der Wärmepumpe folgt über die Monate dem Carnot-Verhältnis aus Vorlauf- und Außentemperatur; bei Erdwärme bleibt sie konstant; Warmwasser mit 55 °C. Die Wärmepumpe heizt gleichmäßig über den Tag. Eine feste Vorlauftemperatur ohne Heizkurve, der gleichmäßige Haushaltsverbrauch und fehlende Kältespitzen an klaren Tagen lassen das Balkonkraftwerk im Winter eher besser aussehen, als es ist. Der Speicher gibt seinen Strom genau nach Bedarf ab (Nulleinspeisung); ins Haus gehen höchstens 800 W. Wie wir Quellen von eigenen Schätzungen trennen, beschreibt die Methodik.