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Wärmepumpe bei Stromausfall: welches Notstromaggregat, wie viel Speicher?
Bei Stromausfall steht die Wärmepumpe: Verdichter, Regelung und Umwälzpumpen hängen am Netz, und mit ihnen auch der eingebaute Frostschutz. Kaputt geht die Anlage davon in der Regel nicht – kritisch wird es erst bei einem langen Ausfall im Frost, und zwar vor allem beim außen aufgestellten Monoblock-Gerät (was dann einfriert und was Sie vorher klären sollten). Wie groß ein Notstromaggregat für die Wärmepumpe sein muss, ob es ein Inverter-Aggregat sein sollte und wie viele Kilowattstunden ein Speicher für eine bestimmte Zahl von Stunden braucht, schätzt dieser Rechner aus der Heizlast Ihres Hauses und dem COP Ihrer Wärmepumpe – oder aus den Werten im Datenblatt. Er berechnet die Größe, nicht den Anschluss: Den übernimmt ein Elektrofachbetrieb.
Aggregat ab 4,1 kW
Dauerlast 3,3 kW, dazu der Anlaufzuschlag des Kühlschranks.
- Wärmepumpe, Heizlast ÷ COP (Schätzung)
- 3.077 W
- Wärmepumpe im Moment des Anlaufs
- 3.077 W
- Weitere Geräte im Betrieb
- 232 W
- Dauerlast zusammen
- 3.309 W
Speicher für 24 Stunden: rund 94 kWh
- Wärmepumpe, im Mittel 3,1 kW × 24 Stunden
- 74 kWh
- Weitere Geräte
- 0,7 kWh
- Eigenverbrauch des Wechselrichters (30 W)
- 0,7 kWh
- Aus dem Speicher entnommen
- 75 kWh
- Kapazität auf dem Gehäuse (× 1,25)
- 94 kWh
Zum Vergleich: Eine Powerstation mit 2 kWh trüge allein die Wärmepumpe rund 31 Minuten – wenn ihr Ausgang die Leistung überhaupt hergibt.
Eigene Rechnung. Heizlast ÷ COP ist die mittlere Leistungsaufnahme am kältesten Auslegungstag; an milderen Tagen ist sie kleiner. 8 kW Heizlast sind ein Beispielwert. Die Voreinstellung COP 2,6 ist die niedrigste Jahresarbeitszahl der Luft/Wasser-Wärmepumpen im Feldtest des Fraunhofer ISE (2025); an einem Frosttag kann der COP darunter liegen – der Wert aus Ihrem Datenblatt ist besser. Anlauf: Inverter ohne Zuschlag, Ein/Aus mit dem Faktor 5 (Anlauffaktor des Wechselrichterherstellers Samlex für Kompressoren, von uns auf die Wärmepumpe übertragen), Anlaufstrom × 230 V bzw. × √3 × 400 V; Voltampere setzen wir Watt gleich. Speicher: Kapazität × 1,25 wie im Vorratsplaner, dazu 30 W Eigenverbrauch des Wechselrichters. Ihre Eingaben werden weder gespeichert noch gesendet.
Was passiert bei Stromausfall mit der Wärmepumpe – friert das Außengerät ein?
Bei den üblichen, kurzen Ausfällen: nichts. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen hat dazu am 28. Januar 2026 Fabian Hüsing vom ISFH befragt, der die Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen begleitet. Seine Einordnung: Fällt der Strom aus, kommt „die Wärmeversorgung bei allen Wärmeerzeugern mit elektrischen Umwälzpumpen zum Erliegen – also auch bei Gas- und Ölheizungen“. Eine Sonderstellung nehmen außen aufgestellte Luft/Wasser-Monoblock-Wärmepumpen ein, „da sich wasserführende Bauteile im Außenbereich befinden und hier direkt den niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind“ – und diese Bauteile kühlen schneller aus als Rohre im Haus. Bei einer Split-Wärmepumpe fließt durch die Außenleitungen nur Kältemittel; sie ist deshalb nach Bosch Home Comfort „unempfindlich gegen Frost“.
Der eingebaute Frostschutz hilft ausgerechnet dann nicht, wenn der Strom fehlt. Die Fachzeitschrift IKZ beschreibt den Eigenschutz von Monoblock-Geräten so: Bei Unterschreitung einer Mindesttemperatur schalten sich die Heizungsumwälzpumpen automatisch ein, bei monoenergetischen Anlagen wird zusätzlich der Heizstab freigegeben – „doch wenn der Strom für längere Zeit ausfällt oder die Regelung einen Schaden hat, dann greifen diese Schutzmaßnahmen nicht“ (IKZ-select, 12. November 2024; für die dort zitierten Hersteller ist das eine Sekundärquelle). Wolf Heiztechnik nennt darin eine konkrete Frist: „Bei längeren Stromunterbrechungen im Winter bei Temperaturen unterhalb von −5 °C muss die Außeneinheit innerhalb von 6 Stunden entleert werden, um Frostschäden zu vermeiden.“ Stiebel Eltron formuliert es von der anderen Seite: „Lediglich ein mehrere Tage andauernder Stromausfall könnte in Ausnahmefällen zu Folgeschäden führen.“ Teuer wäre der Schaden: Platzt der eingefrorene Wärmetauscher, kommt das laut IKZ „einem Totalschaden der Wärmepumpe gleich“.
Drei Wege, die Anlage ohne Strom vor Frost zu schützen, nennt Hüsing – sie stehen üblicherweise in den Installations- und Betriebsanleitungen der Hersteller. Wärme aus dem Pufferspeicher oder vom Heizstab deckt nur den Fall ab, dass die Wärmepumpe ausfällt, der Strom aber bleibt. Bei Stromausfall bleibt die manuelle oder automatische Entleerung des Ladekreises, „was jedoch eingewiesene Anlagenbetreuer oder ein stromunabhängiges Ablassventil erfordert“. Und Frostschutzmittel im Heizungswasser ist „eigensicher“, erhöht aber Anschaffungs- und Betriebskosten: Bei einem Wasser/Glykol-Gemisch mit 25 % Glykolanteil verschlechtert sich die Effizienz nach IKZ „um etwa 15 %“. Thermostatische Frostschutzventile entleeren den Kreis automatisch, sobald das Medium eine bestimmte Temperatur unterschreitet (im Beispiel der IKZ 3 °C); ihr Nachteil ist, dass über das ungedämmte Teilstück am Gerät im Normalbetrieb dauernd Energie entweicht.
Und die Explosion, von der nach dem tagelangen Ausfall im Berliner Südwesten zu lesen war? Hüsing zählt sechs Bedingungen auf, die gleichzeitig erfüllt sein müssten: ein brennbares Kältemittel im außen aufgestellten Gerät (Propan, R290, gehört dazu; im Interview steht der Name nicht), ein längerer Ausfall bei Temperaturen unter 0 °C, ein Versagen der Entleerung, eine Beschädigung des Kältekreises durch das gefrierende Wasser mit einer Leckage, ein Versagen des Explosionsschutzkonzepts der Wärmepumpe selbst und schließlich eine Zündquelle genau in dem Moment, in dem das Kältemittel-Luft-Gemisch explosionsfähig ist. Sein Schluss: Das gleichzeitige Versagen all dieser Mechanismen sei „extrem unwahrscheinlich“. Die IKZ nennt die Medienberichte über Explosionsrisiken „effektheischend“ (27. Februar 2026). Nicht das Kältemittel ist also das Problem eines Stromausfalls, sondern das Wasser im Außengerät.
Was das praktisch heißt (eigene Empfehlung, aufbauend auf den Fragen, die Hüsing selbst stellt): Klären Sie mit Ihrem Fachbetrieb vor dem Winter drei Dinge – welche Leitungen bei einem Ausfall durch Frost gefährdet wären, welcher Schutz in Ihrer Anlage verbaut ist und ob im Ernstfall jemand eingreifen muss und wie das ausgelöst wird. Lautet die Antwort „manuell entleeren“, gehört sie als Zettel an die Tür des Heizungsraums und nicht in die Erinnerung. Ob eine Versicherung einen Frostschaden nach einem langen Ausfall deckt, unterscheidet sich nach der IKZ-Umfrage deutlich – das ist eine Frage an Ihren Versicherer, nicht an diesen Rechner. Ob der Netzbetreiber für einen solchen Schaden aufkommt, ist eine eigene Frage nach § 18 NAV; Haftungsgrenzen und Meldepflicht stehen unter ob der Netzbetreiber Frostschäden ersetzt (§ 18 NAV). Und der Vollständigkeit halber: Frostschäden an Monoblock-Wärmepumpen treten nach IKZ in der Praxis bislang kaum auf, und lange Ausfälle sind in Deutschland selten – wie selten, ordnen wir gesondert ein.
Wärmepumpe nach dem Stromausfall wieder in Betrieb nehmen
Kommt der Strom zurück, nimmt die Regelung ihren Betrieb in der Regel von selbst wieder auf, und die Einstellungen bleiben erhalten. In der Bedienungsanleitung einer Luft/Wasser-Wärmepumpe von Buderus steht das unter der Überschrift „Betrieb nach Stromausfall“ so: „Bei Stromausfall oder Phasen mit abgeschaltetem Wärmeerzeuger gehen keine Einstellungen verloren. Die Bedieneinheit nimmt nach der Spannungswiederkehr ihren Betrieb wieder auf. Ggf. müssen die Einstellungen für Uhrzeit und Datum neu vorgenommen werden. Weitere Einstellungen sind nicht erforderlich.“ Das ist die Anleitung eines einzelnen Geräts und keine allgemeine Regel. Markenspezifische Schrittfolgen – für Vaillant, Viessmann, Buderus, Daikin, Bosch, Wolf, Weishaupt, Lambda oder iDM – finden Sie hier nicht: Was Ihre Anlage nach der Spannungswiederkehr tut und ob Sie dabei etwas bedienen müssen, sagt ausschließlich die Anleitung Ihres Geräts, im Zweifel der Kundendienst des Herstellers.
Was sich trotzdem lohnt, ist ein Blick ins Display. Steht dort eine Störung, sollten Sie sie nicht einfach wegklicken und vergessen: In derselben Buderus-Anleitung heißt es, wenn sich eine Störung nicht beseitigen lässt, einen „zugelassenen Fachmann oder Kundendienst“ anzurufen und Störungs-Code, Zusatz-Code sowie die Ident.-Nr. der Bedieneinheit mitzuteilen. Schreiben Sie die Codes deshalb ab, bevor Sie etwas quittieren – am Telefon sind sie das Erste, wonach gefragt wird. Und lassen Sie die Anlage eingeschaltet. Die Anleitung sagt das zum bewussten Ausschalten, das sie ausdrücklich nur vorübergehend vorsieht, etwa zur Filterreinigung: „Bei einer Abschaltung wird die komplette Anlage deaktiviert und der Frostschutz funktioniert nicht“. Auf die Lage nach einem Stromausfall übertragen heißt das (unsere Übertragung, nicht die des Herstellers): eine Wärmepumpe, die Sie abgeschaltet stehen lassen, schützt sich im Winter nicht mehr selbst.
Nach einem langen Ausfall im Frost gilt dagegen: erst prüfen, dann heizen – das ist unsere Empfehlung, keine Herstellerangabe. Platzt der eingefrorene Wärmetauscher, kommt das laut IKZ „einem Totalschaden der Wärmepumpe gleich“ (Abschnitt zum Frost), und Wasser, das aus einem aufgerissenen Bauteil austritt, zeigt sich zuerst am Anlagendruck. Die Buderus-Anleitung nennt als Wartungsschritt, den Druck am Manometer zu kontrollieren und unter 0,5 bar nachzufüllen; fällt er nach einem Frostausfall ab oder läuft Wasser am Außengerät, ist das ein Fall für den Fachbetrieb und nicht für den Einschaltknopf. Das gilt auch, wenn Sie nach einem tagelangen Ausfall wissen wollen, ob die Wärmepumpe defekt ist: Die Antwort liefert eine Sichtprüfung vor Ort, nicht das Internet.
Welches Notstromaggregat braucht eine Wärmepumpe?
Maßgeblich sind zwei Zahlen: die Leistung, die die Wärmepumpe im Betrieb aufnimmt, und der Strom im Moment, in dem der Verdichter anläuft. Die erste steht im Datenblatt als maximale Leistungsaufnahme; fehlt sie, schätzt der Rechner sie aus Heizlast und COP. Ein Haus mit 8 kW Heizlast und einer Wärmepumpe mit COP 2,6 braucht am kältesten Tag im Mittel rund 3,1 kW Strom. Mit Kühlschrank, Router und Licht ergibt das bei einer Inverter-Wärmepumpe ein Aggregat ab rund 4,1 kW.
Läuft derselbe Verdichter ohne Sanftanlauf an, rechnen wir mit dem fünffachen Anlauf und kommen auf rund 15,7 kW. Deshalb lohnt der Blick ins Datenblatt: Steht dort ein Anlaufstrom, setzt der Rechner ihn statt des Faktors ein. Bei einer Inverter-Wärmepumpe regelt ein Frequenzumrichter die Drehzahl des Verdichters, während eine Wärmepumpe ohne Inverter ihn bei jedem Wärmebedarf ein- und ausschaltet (Bosch). Wie viel Watt ein Aggregat ohne Wärmepumpe braucht – für Kühlschrank, Gastherme oder Brunnenpumpe –, rechnet der Watt-Rechner für Notstromaggregat und Powerstation.
Wärmepumpen werden ein- oder dreiphasig angeschlossen; auf dem Typenschild steht 230 V oder 400 V mit „3~“ bzw. „3N~“. Bei Drehstrom braucht auch das Aggregat einen dreiphasigen Ausgang, und die Rechnung ändert sich: Bei gleichmäßiger Aufteilung trägt jede Phase nur ein Drittel der Nennleistung, Kühlschrank, Router und Licht hängen aber an einer einzigen Phase. Im Beispiel wächst das nötige Aggregat dadurch von rund 4,1 kW auf rund 6,0 kW.
Inverter-Aggregat oder konventionelles Aggregat?
Wir raten zum Inverter-Aggregat, soweit es die nötige Leistung gibt. Die Regelung der Wärmepumpe ist Elektronik, bei Inverter-Wärmepumpen kommt der Frequenzumrichter des Verdichters dazu. Inverter-Aggregate liefern nach dem ADAC (Stand 3. September 2026) „sauberen Strom“ für mehrere Elektrogeräte. Bei einem konventionellen Aggregat hängt die Frequenz an der Motordrehzahl. Ob Ihre Wärmepumpe an einem Aggregat betrieben werden darf und welche Toleranzen für Spannung und Frequenz gelten, entscheidet der Hersteller, nicht dieser Rechner – fragen Sie das vor dem Kauf, am besten schriftlich.
Wärmepumpe an das Notstromaggregat anschließen: nur über einen Netzumschalter
Eine Wärmepumpe ist fest an die Hausinstallation angeschlossen, nicht über eine Steckdose. Ein Aggregat darf sie deshalb nur über eine Umschalteinrichtung versorgen, die das Haus vorher allpolig vom Netz trennt; die Anforderungen an eine solche Ersatzstromeinspeisung beschreibt die Vornorm DIN VDE V 0100-551-2 (2023). Einbauen darf sie nach § 13 Abs. 2 NAV nur ein Installationsunternehmen, das in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Strom, der zurück ins Netz fließt, gefährdet Monteure an einer vermeintlich abgeschalteten Leitung. Warum das so ist und was für Aufstellort, Kohlenmonoxid, Lärm und Kraftstoff gilt, steht im Beitrag Notstromaggregat zu Hause anschließen. Dieser Rechner liefert nur die Größe – eine Anleitung zum Anschluss gibt es hier bewusst nicht.
Heizstab und Notbetrieb: am Aggregat gesperrt lassen
Viele Wärmepumpen haben einen elektrischen Heizstab für besonders kalte Stunden. Im Feldtest des Fraunhofer ISE (2025) übernahmen die Heizstäbe bei den Luft/Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit – in einer vergleichsweise milden Messperiode. Am Aggregat zählt aber nicht der Anteil übers Jahr, sondern die Leistung im Moment, in dem der Heizstab zuschaltet. Stiebel Eltron beschreibt den Notbetrieb seiner Wärmepumpen als Betriebsart, die ausschließlich elektrisch heizt und nur zur Überbrückung einer Störung gedacht ist. Unsere Empfehlung: Lassen Sie den Fachbetrieb festlegen, dass Heizstab und Notbetrieb im Notstrombetrieb gesperrt bleiben. Im Rechner sehen Sie, was ein eingeschalteter Heizstab am Aggregat kostet.
Wärmepumpe mit Notstrom aus der PV-Anlage
Mit Photovoltaik und Speicher liegt der Gedanke nahe, die Wärmepumpe aus dem Speicher weiterlaufen zu lassen. Zwei Hürden stehen dem im Weg. Die erste ist die Energiemenge: Im Beispiel braucht das Haus für 24 Stunden Frost rund 94 kWh Speicherkapazität, für zwölf Stunden rund 47 kWh. Vergleichen Sie die Zahl aus dem Rechner mit der Kapazität Ihres Speichers.
Die zweite ist die Art des Ausgangs. Eine Notstromsteckdose am Speicher oder Wechselrichter versorgt Geräte, die an einer Steckdose hängen – die fest angeschlossene Wärmepumpe gehört nicht dazu. Sie braucht Ersatzstrom für das Haus, also eine Umschalteinrichtung vom Elektrofachbetrieb, und bei einer Drehstrom-Wärmepumpe einen dreiphasigen Ersatzstromausgang. Fragen Sie beim Angebot, ob der Ersatzstrom ein- oder dreiphasig ist, wie viel Leistung er dauerhaft liefert und ob der Speicher im Ersatzstrombetrieb aus den Modulen nachlädt. Wie viel das Dach im Winter liefert, zeigt der PV-Planer mit Notstrom-Check; den Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom erklärt er dort ebenfalls. Was ein Balkonkraftwerk im Alltag zum Strom der Wärmepumpe beiträgt, rechnet die Seite Wärmepumpe mit Balkonkraftwerk unterstützen Monat für Monat.
Wärmepumpe mit Powerstation betreiben?
Kaum. Von einer Powerstation mit 2 kWh auf dem Gehäuse kommen nach unserer Rechnung rund 1,6 kWh an der Steckdose an (Reserve × 1,25 wie im Vorratsplaner). Bei 3,1 kW Leistungsaufnahme im Beispiel wären das rund 31 Minuten – vorausgesetzt, ihr Ausgang schafft diese Leistung und die Wärmepumpe hinge an einer Steckdose, was bei fest installierten Geräten nicht der Fall ist. Sinnvoll ist eine Powerstation für das, was neben der Wärmepumpe wichtig ist: Router, Kühlschrank, Licht. Wie lange sie das trägt, rechnet der Laufzeit-Rechner für Powerstation und Akku.
Ohne Aggregat und ohne Ersatzstrom: Was tun?
Ohne Aggregat oder Ersatzstrom steht die Wärmepumpe, bis das Netz zurück ist. Was das bei Frost für Haus und Leitungen bedeutet, welche Notheizung in Innenräumen zulässig ist und wie Sie einen Raum warm halten, steht im Ratgeber Heizen ohne Strom. Ob sich für die Wärmepumpe im Alltag ein dynamischer Stromtarif lohnt, zeigt der Tarifrechner mit Wärmepumpen-Schätzung; alle Werkzeuge stehen in der Rechner-Übersicht.
Häufige Fragen
Geht die Wärmepumpe durch einen Stromausfall kaputt?
In der Regel nicht. Kritisch ist ein langer Ausfall bei Frost, und das vor allem bei einer außen aufgestellten Monoblock-Wärmepumpe: Ohne Strom laufen die Umwälzpumpen nicht, und der eingebaute Frostschutz greift nach der Fachzeitschrift IKZ dann nicht mehr. Wolf Heiztechnik nennt dort für Temperaturen unterhalb von −5 °C sechs Stunden, innerhalb derer die Außeneinheit entleert sein muss; Stiebel Eltron hält es erst für kritisch, wenn ein Stromausfall „mehrere Tage“ andauert. Bei einer Split-Wärmepumpe fließt außen nur Kältemittel – sie ist nach Bosch unempfindlich gegen Frost. Welcher Frostschutz in Ihrer Anlage verbaut ist und ob Sie selbst etwas tun müssen, sagt Ihr Fachbetrieb.
Kann eine Wärmepumpe bei Stromausfall und Frost explodieren?
Nach unseren Quellen ist das extrem unwahrscheinlich. Fabian Hüsing (ISFH, Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen) nennt sechs Bedingungen, die gleichzeitig eintreten müssten – darunter ein brennbares Kältemittel im Außengerät, ein längerer Frostausfall, eine versagende Entleerung und ein versagendes Explosionsschutzkonzept –, und schreibt (28. Januar 2026): „Bei fachgerechter Installation ist dies in der Praxis nahezu ausgeschlossen!“ Der Bundesverband Wärmepumpe stuft Propan (R290) als leicht entflammbar ein (Sicherheitsklasse A3) und verlangt für die Außenaufstellung, dass bei einer Undichtigkeit kein Kältemittel in Gebäude gelangen kann; in den vom Hersteller angegebenen Schutzbereichen dürfen weder dauerhaft noch kurzfristig Zündquellen vorhanden sein. Das eigentliche Risiko eines langen Frostausfalls ist das Wasser im Außengerät, nicht das Kältemittel. Welche Schutzbereiche und welchen Frostschutz Ihr Gerät hat, steht in der Anleitung des Herstellers.
Wie groß muss ein Notstromaggregat für eine Wärmepumpe sein?
Das hängt von der Leistungsaufnahme der Wärmepumpe und von ihrem Anlauf ab. Ein Haus mit 8 kW Heizlast und einer Wärmepumpe mit COP 2,6 braucht am kältesten Tag im Mittel rund 3,1 kW Strom. Mit Kühlschrank, Router und Licht ergibt das bei einer Inverter-Wärmepumpe ein Aggregat ab rund 4,1 kW, bei einem Verdichter ohne Sanftanlauf nach unserer Rechnung rund 15,7 kW. Ihre Werte setzen Sie oben im Rechner ein.
Braucht die Wärmepumpe ein Inverter-Aggregat?
Wir raten dazu, soweit es die nötige Leistung gibt: Die Regelung der Wärmepumpe ist Elektronik, und Inverter-Aggregate liefern nach ADAC „sauberen Strom“. Ob und mit welchem Aggregat Ihre Wärmepumpe betrieben werden darf, sagt der Hersteller – fragen Sie vor dem Kauf nach.
Darf ich die Wärmepumpe selbst an das Notstromaggregat anschließen?
Nein. Eine fest angeschlossene Wärmepumpe bekommt Strom vom Aggregat nur über eine Umschalteinrichtung, die das Haus vom Netz trennt. Einbauen darf sie nach § 13 Abs. 2 NAV nur ein Installationsunternehmen, das in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.
Kann man eine Wärmepumpe mit einer Powerstation betreiben?
Kaum. Eine Powerstation mit 2 kWh liefert nach unserer Rechnung rund 1,6 kWh an der Steckdose; bei 3,1 kW Leistungsaufnahme wären das rund 31 Minuten – und nur, wenn ihr Ausgang diese Leistung schafft und die Wärmepumpe an einer Steckdose hinge.
Läuft die Wärmepumpe bei Stromausfall mit Notstrom aus der PV-Anlage?
Nur mit Ersatzstrom für das Haus: Eine Notstromsteckdose am Speicher genügt nicht, weil die Wärmepumpe fest angeschlossen ist. Bei einer Drehstrom-Wärmepumpe muss der Ersatzstrom dreiphasig sein. Und der Speicher muss groß sein – im Beispiel rund 47 kWh für zwölf Stunden Frost.
Quellen und Annahmen
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Pressemitteilung vom 3. November 2025) – Jahresarbeitszahlen der Luft/Wasser-Wärmepumpen 2,6 bis 4,9; Heizstäbe 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit.
- Samlex, Anleitung PST-15S/30S/60S (S. 5) und FAQ – Anlauffaktor 5 für Kompressoren; die Übertragung auf die Wärmepumpe ist unsere Annahme.
- Bosch Home Comfort, Inverter-Wärmepumpe – Frequenzumrichter, Ein- und Ausschalten ohne Inverter; ebenfalls dort Monoblock-Wärmepumpe (abgerufen am 27. September 2026) – Split-Systeme unempfindlich gegen Frost, weil außen nur Kältemittel fließt.
- Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, Stromausfall und Kälte: Wie robust sind Wärmepumpen? – Interview mit Fabian Hüsing (ISFH / Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen) vom 28. Januar 2026: wasserführende Bauteile im Außenbereich, drei Wege zum Frostschutz, sechs Bedingungen für eine Explosion.
- Bundesverband Wärmepumpe, Leitfaden Außenaufstellung von Wärmepumpen mit brennbaren Kältemitteln (abgerufen am 24. Oktober 2026) – R290 als Sicherheitsklasse A3, kein Kältemittel in Gebäude bei Undichtigkeit, Schutzbereiche ohne Zündquellen mit herstellerspezifischen Abständen; richtet sich an Fachhandwerker und ersetzt nicht die Anleitung des Herstellers.
- Christoph Bullach, IKZ-select, Sicherheitsgurt für die Wärmepumpe (12. November 2024) – Eigenschutz der Monoblock-Geräte und seine Grenze bei Stromausfall, Aussagen von Wolf Heiztechnik (−5 °C, 6 Stunden), Stiebel Eltron, Brötje und Panasonic, etwa 15 % Effizienzverlust als Preis für Glykol, Frostschutzventile ab etwa 3 °C, unterschiedlicher Versicherungsschutz; Sekundärquelle für die dort zitierten Hersteller. Ergänzend Frostschutz bei Luft-Wasser-Wärmepumpen (27. Februar 2026, Vorschautext frei lesbar) – Berichte über Explosionsrisiken nach dem Ausfall im Berliner Südwesten als „effektheischend“.
- Buderus, Bedienungsanleitung Logatherm WLW196i.2 AR/IR IDU (Dokument 6721824574, Ausgabe 2022/01, abgerufen am 28. September 2026) – Abschnitt 3.1.1 „Betrieb nach Stromausfall“, Abschnitt 3.2.2 (Frostschutz bei abgeschalteter Anlage), Abschnitt 3.5 (Störungs-Code, Zusatz-Code, Ident.-Nr.) und Abschnitt 4.1.1 (Anlagendruck, 0,5 bar). Anleitung eines einzelnen Geräts, keine allgemeine Regel für alle Wärmepumpen.
- Stiebel Eltron, Wärmepumpe: Notbetrieb einstellen – Notbetrieb heizt ausschließlich elektrisch.
- ADAC, Notstromaggregat (Stand 3. September 2026) – Inverter-Technologie.
- § 13 NAV – Arbeiten an der Hausinstallation nur durch eingetragene Installationsunternehmen; DKE, DIN VDE V 0100-551-2:2023-10 – Ersatzstromeinspeisung.
- Unsere Annahmen: 8 kW Heizlast als Beispielwert; kein Anlaufzuschlag bei Inverter-Verdichtern; Voltampere gleich Watt; Kühlschrank, Router und Licht wie im Speicher-Rechner; Reserve × 1,25. Wie wir Quellen von eigenen Schätzungen trennen, beschreibt die Methodik.