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Heizen ohne Strom: was bei Stromausfall mit Gastherme und Wärmepumpe passiert, welche Alternativen bleiben und welche Notheizung in die Wohnung darf
Eine Gastherme heizt ohne Strom nicht, und dasselbe gilt für Ölheizung und Wärmepumpe: Zündung, Regelung und Umwälzpumpe hängen am 230-Volt-Netz. Der Trost ist, dass eine Therme im Betrieb nur wenige Dutzend Watt zieht – nach unserer Schätzung 50 bis 150 W –, sodass ein Akku von rund 2 kWh sie knapp einen Tag lang weiterlaufen lässt, wenn der Anschluss dafür vorbereitet ist. Als Notheizung im Innenraum nennt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK, Stand 11/2025) ausschließlich Geräte, die für Innenräume zugelassen sind, und verlangt regelmäßiges Stoßlüften und einen Kohlenmonoxid-Melder.
Der Anlass liegt nicht weit zurück: Beim Stromausfall im Südwesten Berlins im Januar 2026 waren rund 45 000 Haushalte bis zu vier Tage ohne Strom – bei Frost, also auch ohne Heizung und Warmwasser (Wikipedia; BAKS-Arbeitspapier, 2026). Ob dabei noch kaltes Wasser aus der Leitung kommt, steht im Text Wasser bei Stromausfall. Wie selten das ist, rechnen wir an anderer Stelle nach.
Funktioniert die Gastherme bei Stromausfall? Und braucht eine Gasheizung Strom?
Nein, sie funktioniert nicht – und ja, sie braucht Strom. Eine moderne Gastherme braucht ihn für drei Dinge: die elektronische Zündung des Brenners, die Regelung mit Display und Sensoren und die Umwälzpumpe, die das warme Wasser durch die Heizkörper drückt. Fällt der Strom aus, geht die Anlage in Störung, auch wenn Gas anliegt (giga.de, abgerufen 09/2026; Sekundärquelle). Das BBK hält in seiner Vorsorge-Broschüre (Stand 11/2025) fest, dass mit dem Strom meist auch die Heizung ausfällt.
Für die anderen Systeme gilt dasselbe (eigene Einschätzung, technisches Grundwissen): Die Ölheizung steht ohne Brennergebläse, Ölpumpe und Regelung genauso. Die Wärmepumpe ist vollständig elektrisch; ihr Verdichter zieht ein Vielfaches dessen, was eine Therme braucht, eine Powerstation überbrückt sie nicht. Welches Notstromaggregat und wie viel Speicher sie bräuchte, rechnet der Notstrom-Rechner für die Wärmepumpe. Beim Pelletofen sind Förderschnecke und Gebläse in der Regel elektrisch. Ganz ohne Strom kommen nur Kaminofen, Kachelofen und Gasheizer mit Piezozündung aus.
Und danach? Ob die Anlage nach der Rückkehr des Stroms von selbst wieder anläuft oder ob sie von Hand entstört werden muss, hängt vom Gerät ab und steht in seiner Anleitung, meist bei den Störungscodes; für ein bestimmtes Modell oder eine bestimmte Marke können wir das nicht sagen, weil wir keine Anlage geprüft haben. Fehlt nach einem Ausfall Wärme oder Warmwasser, ist die Reihenfolge nach unserer Empfehlung trotzdem immer dieselbe: zuerst Sicherung und Netzschalter der Heizung, dann die Meldung am Display, dann der Heizungsbauer. Wer die Therme für den nächsten Ausfall mit Notstrom nachrüsten will, findet die beiden Wege weiter unten – Powerstation oder Notstromaggregat; der Umschalter, den beide brauchen, ist in jedem Fall Sache der Elektrofachkraft.
Powerstation für die Heizung: Wie lange hält ein Akku die Gastherme am Laufen?
Länger, als die meisten erwarten, weil die Therme kein Großverbraucher ist. Für den Betrieb rechnen wir mit 50 bis 150 W – eine eigene Schätzung auf Basis von Herstellerangaben; das Verbraucherportal stromguide.com nennt für moderne Gas-Brennwertkessel 4 bis 10 W im Standby und 120 bis 200 kWh Strom im Jahr (abgerufen am 17.09.2026; Sekundärquelle). Den genauen Wert liefert das Datenblatt der eigenen Therme oder ein Steckdosen-Messgerät; eine eigene Messung haben wir nicht.
Eine Beispielrechnung (eigene Rechnung): 80 W × 24 h = 1 920 Wh, also rund 1,9 kWh pro Tag. Nicht die ganze Kapazität auf dem Gehäuse kommt an der Steckdose an; mit der Reserve von ×1,25 für Wechselrichterverluste und Entladetiefe, die auch unser Rechner ansetzt, muss eine Powerstation für einen Tag also etwa 2,4 kWh auf dem Gehäuse haben. Umgekehrt bleiben von 1 kWh rund 800 Wh, und damit trägt eine Powerstation mit 1 kWh die Therme rund zehn Stunden, eine mit 2 kWh knapp einen Tag. Weil die Therme taktet, statt durchgehend zu laufen, ist die Rechnung bewusst konservativ. Ihre eigenen Zahlen setzen Sie im Laufzeit-Rechner für Powerstation und Akku ein; wie viel Watt Kühlschrank oder Router zusätzlich brauchen, rechnet der Watt-Rechner für Notstrom zusammen. Ob sich für eine Wärmepumpe ein dynamischer Stromtarif lohnt – für Haushalte ohne eigene PV –, zeigt der Rechner für dynamische Stromtarife; den Jahresverbrauch der Wärmepumpe schätzt er aus dem Gasverbrauch oder dem Energieausweis. Ein Balkonkraftwerk hilft hier nur mit Speicher: Ohne ihn schaltet es bei Stromausfall ab, auch bei Sonne – was ein Balkonkraftwerk mit Notstromsteckdose leisten kann, steht in einem eigenen Beitrag.
Eine Einschränkung, die keine Rechnung auflöst: Eine Therme hängt meist fest an der Hausinstallation, nicht an einer Schuko-Steckdose. Den Umschalter, der den Heizungsstromkreis vom Netz trennt und auf den Akku legt, baut eine Elektrofachkraft nach DIN VDE V 0100-551-2 (2023) ein; nach § 13 Abs. 2 NAV darf das nur ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen tun. Warum das keine Formalie ist, erklärt der Text zum Notstromaggregat zu Hause: Strom, der zurück ins Netz fließt, gefährdet Monteure.
Welche Powerstation passt an die Heizungspumpe?
Nicht die größte, sondern die, die zwei Bedingungen erfüllt. Die erste ist die Dauerleistung, und die ist bei einer Heizung erfreulich niedrig: Der ADAC nennt für eine Heizungspumpe „circa 25 – 100 W“ (Stand 3. September 2026) – das deckt sich in der Größenordnung mit den 50 bis 150 W, die wir oben für die ganze Therme ansetzen. Beim Anlaufen zieht ein Pumpenmotor kurz mehr; unser Watt-Rechner für Notstrom rechnet bei einer Gastherme mit dem Doppelten und bei einer einzelnen Umwälzpumpe mit dem Dreifachen der dort angesetzten Betriebsleistung, also mit 300 beziehungsweise 180 W Spitze (eigene Annahme, keine Messung). Eine Powerstation mit 500 W Dauerleistung deckt das nach unserer Einschätzung mit Reserve ab. Der Engpass ist also nicht die Leistung, sondern die Kapazität – und die rechnet der Abschnitt oben durch.
Die zweite Bedingung betrifft die Art des Stroms, nicht die Menge: Eine Heizungsregelung ist Elektronik. Wir empfehlen dafür einen Wechselrichter mit reinem Sinus statt mit modifiziertem Sinus; was der Unterschied ist, steht beim Rechner für Akku und Wechselrichter. Welche Toleranzen Ihre Therme verträgt, sagt allerdings nur ihr Hersteller. Wie sich Powerstations nach Wattstunden, Preis pro Wattstunde und USV-Funktion unterscheiden, zeigt der Powerstation-Vergleich nach Wattstunden und USV-Funktion.
Wer statt einer fertigen Powerstation einen Inselbetrieb aus Batterie und Wechselrichter selbst aufbaut, muss auch die Leitung dazwischen planen: Welchen Querschnitt sie bei welchem Strom braucht, rechnet der Kabelquerschnitt-Rechner für Wechselrichter und Batterie – so lässt sich die Leitung zwischen Akku und Wechselrichter richtig dimensionieren. Bei einer fertigen Station ist diese Leitung im Gerät verbaut.
Drei Punkte, die in Produktbeschreibungen selten stehen. Aufstellen dürfen Sie eine Powerstation in der Wohnung: Sie verbrennt nichts, erzeugt keine Abgase und braucht keinen Platz im Freien, wie er für ein Notstromaggregat zwingend ist. Anschließen dürfen Sie sie nicht selbst – die Therme hängt an der Hausinstallation, und die Umschaltung ist Sache der Elektrofachkraft, wie im Abschnitt oben beschrieben. Nachladen lässt sich die Station während eines Ausfalls praktisch nur aus der Sonne, und ein Balkonkraftwerk taugt dafür nicht ohne Weiteres: Ohne Speicher mit Notstromfunktion schaltet es bei Netzausfall ab. Was damit geht und was nicht, steht in Balkonkraftwerk mit Notstromfunktion; ein Solarmodul direkt am Ladeeingang der Station ist der einfachere Weg.
Heizung und Gastherme mit einem Notstromaggregat betreiben
Technisch geht das, und zwar leichter als bei fast allen anderen Verbrauchern: Eine Heizung ist kein Großverbraucher. Der ADAC ordnet einer Heizungspumpe „circa 25 – 100 W“ zu und schreibt, dass Hausaggregate der Klasse 3 bis 8 kW, von einem Elektriker über einen Notstrom-Umschalter an den Sicherungskasten angeschlossen, für die Grundversorgung eines Einfamilienhauses „meist völlig“ reichen – Heizungssteuerung, Kühlschrank, Waschmaschine, Licht und Internet gleichzeitig (Stand 3. September 2026). Kleine Inverter-Geräte mit 1,5 bis 3 kW sind nach derselben Quelle für eine Einspeisung ins Hausnetz „in der Regel zu schwach“ – und genau diese Einspeisung ist bei der Heizung unvermeidlich, weil die Therme fest verdrahtet ist und nicht an einem Verlängerungskabel hängt.
Damit bleibt für die Heizung nur der Weg über den Netzumschalter, den die Elektrofachkraft einbaut (§ 13 Abs. 2 NAV, DIN VDE V 0100-551-2). Zwei weitere Vorgaben nennt der ADAC für den Betrieb: Fehlerstromschutzschalter und Erdung sind Pflicht, und das Gerät darf nie in geschlossenen Räumen laufen, weil die Abgase lebensgefährlich sind – dasselbe sagt das BBK, und bei der Heizung ist das besonders heikel, weil die Therme meist im Keller oder in einem Hauswirtschaftsraum steht. Das Aggregat gehört auch dann ins Freie. Alle Regeln zu Anschluss, Aufstellort, Lärmzeiten und Kraftstoff samt Preisspannen stehen im eigenen Text Notstromaggregat ans Hausnetz anschließen.
Die ernüchternde Rechnung ist die des Verbrauchs. Ein Aggregat der 3- bis 6-kW-Klasse verbraucht nach Angaben des ADAC häufig 0,5 bis 1,5 Liter Kraftstoff je Betriebsstunde – auf einen Tag Dauerbetrieb sind das 12 bis 36 Liter (eigene Rechnung: ADAC-Spanne × 24 h) für eine Last von unter 150 W. Was das in Euro kostet, steht mit allen weiteren Posten im verlinkten Text. Das Aggregat läuft also fast leer und verbrennt Kraftstoff für die Reserve, die es nicht braucht. Wenn nur die Heizung weiterlaufen soll, ist eine Powerstation deshalb die passendere Antwort: nahezu lautlos, ohne Abgase, in der Wohnung erlaubt und für diese Last ausgelegt. Ein Aggregat rechnet sich dort, wo gleichzeitig Pumpe, Kühlgeräte, Licht und Werkzeug laufen sollen oder wo der Ausfall Tage dauert – dann arbeitet es in seinem Leistungsbereich.
Alternative Heizung ohne Strom: Gasheizer, Petroleumofen, Ethanolkamin – was das BBK für Innenräume nennt
Die BBK-Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Stand 11/2025) nennt drei Gerätetypen, die ohne Strom heizen und in Innenräumen verwendet werden können: Gasheizer, Petroleumöfen und Ethanolkamine – unter der Bedingung, dass das Gerät für Innenräume zugelassen ist, und mit der Auflage, regelmäßig stoßzulüften. In der Checkliste der Behörde steht eine netzunabhängige Heizgelegenheit samt Brennstoff neben Taschenlampe und Kurbelradio. Auf seiner Seite zum Stromausfall ergänzt das BBK, dass Gasheizgeräte eine Sauerstoffmangel- und eine Zündsicherung haben sollten. Nur im Freien sieht die Behörde Campingkocher mit Gaskartusche sowie Gas- und Holzkohlegrills vor; Grillen in geschlossenen Räumen bedeutet Erstickungsgefahr.
Drei Folgerungen, die im Handel gern untergehen:
- Die Zulassung steht auf dem Gerät, nicht in der Produktbeschreibung. Ein Heizstrahler für Terrasse oder Zelt ist kein Innenraumgerät.
- Flüssiggas gehört nicht in den Keller. Propan ist schwerer als Luft; das BBK schreibt in seiner Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ (2019), dass Gas nicht in Kellern gelagert werden darf.
- Stoßlüften ist Teil der Zulassung. Jede Flamme verbraucht Sauerstoff; wird er knapp, entsteht bei der Verbrennung Kohlenmonoxid.
Was das BBK zum Kochen ohne Strom in Innenräumen erlaubt und was nur im Freien geht, steht im Text Kochen ohne Strom: was das BBK für Innenräume erlaubt.
Gasheizer für Innenräume: Zulassung, Sauerstoffmangelsicherung, Raumgröße
„Für Innenräume geeignet“ ist keine Werbezeile, sondern eine Eigenschaft mit konkreten Folgen – und nachlesen lassen sich diese Folgen nur in der Bedienungsanleitung. Wir haben die eines in Deutschland verkauften Gasheizofens mit 4,2 kW Wärmebelastung gelesen (Admiral „Blue Belle“, Bedienungsanleitung im Downloadbereich von Bauhaus, abgerufen am 28. September 2026). Sie ist ein Beispiel und keine Norm: Maßgeblich ist immer die Anleitung Ihres Geräts. Als Prüfgrundlage nennt sie die Norm EN 449. Vier Punkte daraus sind vor dem Kauf entscheidend.
- Der Raum muss ein Mindestvolumen haben. Wörtlich: „Der Heizofen darf nicht in Räumen mit einem Rauminhalt unter den in der Tabelle angegebenen Mindestraumvolumen verwendet werden.“ Die Tabelle steht in der Anleitung des einzelnen Geräts und unterscheidet Wohnräume von anderen Räumen. Eine Kubikmeterzahl, die für alle Gasheizer gilt, nennen wir nicht – sie existiert nicht, und sie hängt an der Leistung des Geräts.
- Nicht in jedem Zimmer. Vorgesehen ist dasselbe Gerät für gut belüftete Räume oberhalb des Erdniveaus, ausdrücklich auch Gartenlauben, Garagen und Werkstätten. Dagegen ist „die Nutzung des Gas-Heizofens in Badezimmern, Schlafräumen, Booten, Freizeitfahrzeugen und Hochhauswohnungen … untersagt“, und weiter: „Verwenden Sie den Gas-Heizofen nicht in Untergeschossen und in Räumen, die unterhalb des Erdniveaus liegen.“ Der eine beheizte Raum, den wir weiter unten empfehlen, darf bei einem solchen Gerät also nicht das Schlafzimmer und nicht der Keller sein.
- Die Sauerstoffmangelsicherung ist das eigentliche Kaufkriterium. Das BBK empfiehlt für gasbetriebene Heizquellen eine Sauerstoffmangel- und eine Zündsicherung. In diesem Gerät heißt sie „Atmosphärenwächter“, und die Anleitung beschreibt ihre Schwelle: Sie unterbricht die Gaszufuhr, bevor der CO₂-Gehalt der Raumluft 1,5 Prozent überschreitet. Sie ersetzt das Lüften nicht, sondern greift ein, wenn es fehlt – löst sie häufig aus, ist nach derselben Anleitung Raumvolumen oder Frischluftzufuhr nicht ausreichend.
- Kein Dauerbetrieb. „Setzen Sie das Gerät nicht als Dauerheizung ein“, heißt es dort; die Nutzung als Dauerheizung gilt als nicht bestimmungsgemäß. Für einen mehrtägigen Ausfall bedeutet das: Ein Gasheizer wärmt einen Raum stundenweise und unter Aufsicht, er ersetzt die Heizung nicht.
Zwei Dinge sagen wir hier bewusst nicht. Wir nennen keinen Testsieger und keinen „besten Gasheizer für Innenräume“: Wir prüfen keine Geräte und haben keinen Gasheizer gemessen. Und wir empfehlen kein Modell nach Ausstattung – ein Thermostat, nach dem oft gesucht wird, ist Komfort, die beiden Sicherungen oben sind Sicherheit. Was zählt, steht auf dem Typenschild und im Mindestraumvolumen der Anleitung, nicht im Markennamen. Und unabhängig vom Gerät gilt, was der nächste Abschnitt erklärt: Jede Flamme im Raum braucht einen CO-Melder.
Wie gefährlich ist Kohlenmonoxid, und was bringt der CO-Melder?
Die Zahlen sind höher, als die meisten schätzen. Nach einer Auswertung der Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes starben 2015 in Deutschland 648 Menschen an einer Kohlenmonoxidvergiftung, 0,8 je 100 000 Einwohner; 2007 waren es 282. Stationär behandelt wurden 2016 rund 3 600 Fälle (Eichhorn, Thudium, Jüttner; Deutsches Ärzteblatt International, 2018). Der Deutsche Feuerwehrverband nennt für die vergangenen zehn Jahre im Schnitt knapp 3 500 Krankenhausbehandlungen jährlich, von denen jede sechste tödlich endete (DFV, 2024). Neuere amtliche Zahlen lagen uns nicht vor.
Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruch- und geschmacklos; typische Quellen sind glühende Holzkohle, die Motoren von Stromaggregaten und Heizpilze (DFV, 2022). Bei einem Stromausfall rücken sie alle auf einmal an die Wohnung heran: der Grill „nur kurz“ auf dem Balkon, das Aggregat im Keller, der Gasheizer bei geschlossenem Fenster. Die Feuerwehren fordern deshalb CO-Melder in Wohn- und Schlafräumen (DFV, 2024), das BBK rät in seiner Broschüre zu zertifizierten Geräten. Ein CO-Melder ist das einzige Gerät, das warnt, bevor man selbst etwas bemerkt – nachts bemerkt niemand etwas. Er gehört in den Raum mit der Notheizung und dorthin, wo geschlafen wird (eigene Empfehlung; wie wir amtliche Angaben von eigenen Schätzungen trennen, steht in der Methodik).
Kaminofen bei Stromausfall: was zu beachten ist – auch beim wasserführenden Ofen mit Wassertasche
Ein Holzofen – nach DFV (2021) steht in jedem vierten Haushalt ein Kamin oder Ofen – ist die einzige Heizung, die ohne Netz, Akku und Zulassungsfrage auskommt. Drei Vorschriften gelten auch im Notfall; wir geben sie wieder, das ist keine Rechtsberatung.
- Holzfeuchte unter 25 Prozent. § 3 Abs. 3 der 1. BImSchV erlaubt Scheitholz nur mit einem Feuchtegehalt unter 25 Prozent, bezogen auf das Trockengewicht. Frisches Holz erreicht das erst nach längerer Lagerung (eigene Einschätzung): Der Wintervorrat muss vor dem Winter liegen.
- Alte Öfen: Fristen nach § 26. Für Öfen, die vor dem 22. März 2010 in Betrieb gingen, sind die Übergangsfristen nach § 26 der 1. BImSchV abgelaufen; die letzte Frist (Typschild 1995 bis 21.03.2010) endete am 31.12.2024. Die Frist trifft Öfen ohne Nachweis, dass sie die Grenzwerte von 0,15 g/m³ Staub und 4 g/m³ Kohlenmonoxid einhalten – mit einem solchen Nachweis dürfen sie weiterlaufen, ohne ihn mussten sie bis zum Stichtag nachgerüstet, ersetzt oder stillgelegt werden. Ausgenommen sind unter anderem Öfen, die die einzige Wärmequelle einer Wohneinheit sind (§ 26 1. BImSchV; Bundesumweltministerium, 2024).
- Kehrpflicht nach KÜO. Feuerstätten für feste Brennstoffe werden nach Anlage 1 der Kehr- und Überprüfungsordnung bei ganzjähriger Nutzung viermal im Jahr gekehrt, bei Nutzung in der Heizperiode dreimal, bei gelegentlicher Nutzung einmal; dazu kommt die Feuerstättenschau nach § 14 SchfHwG zweimal in sieben Jahren. Ein Ofen, der seit Jahren nur Dekoration ist, hat einen ungeprüften Schornstein.
Und eine Regel ohne Paragraphen (eigene Empfehlung): Wer bei glimmender Glut die Luftzufuhr oder die Drosselklappe im Rauchrohr schließt, um Wärme im Raum zu halten, hält auch das Kohlenmonoxid im Raum. Der CO-Melder gehört in das Zimmer mit dem Ofen.
Ein Sonderfall ist der wasserführende Kaminofen – der Ofen mit Wassertasche, der an die Heizungsanlage angeschlossen ist. Bei ihm geht ein Teil der Wärme nicht in den Raum, sondern ins Heizungswasser, und dieser Weg hängt an der Umwälzpumpe: Ohne Pumpe kann der Wärmetauscher überhitzen (Forendiskussion auf haustechnikdialog.de; keine eigene Prüfung). Ob Ihre Anlage dafür eine thermische Ablaufsicherung hat und ob diese funktioniert, prüft der Fachbetrieb oder der Schornsteinfeger – das ist nichts, was sich während eines Ausfalls klären lässt. Solange es nicht geklärt ist, lautet unsere Empfehlung: einen wasserführenden Ofen ohne laufende Pumpe nicht anfeuern – und wenn er beim Ausfall schon brennt, kein Holz nachlegen und das Feuer ausbrennen lassen, statt es durch das Schließen der Luftzufuhr zu ersticken; warum das Ersticken keine gute Idee ist, steht im Absatz oben. Wer die Pumpe im Ausfall stattdessen weiterlaufen lassen will, braucht dafür wenig Strom – 60 W im Betrieb und 180 W beim Anlauf, wie im Abschnitt zur Heizungspumpe oben; der Anschluss bleibt Sache der Elektrofachkraft.
Und wenn das Gas knapp wird? Gasspeicher, Frühwarnstufe und was die Bundesnetzagentur sagt
Für viele Haushalte ist Gas die Heizung, und die Frage nach dem Winter 2026/27 ist eine andere als die nach dem Stromausfall – beide treffen dieselbe Therme. Die Bundesnetzagentur schreibt in ihrer Lagebewertung vom 23. Oktober 2026: Die Gasspeicher in Deutschland seien zu 61,1 Prozent gefüllt (151,1 Terawattstunden) und damit deutlich niedriger als in den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre. Zugleich sei die Gasversorgung stabil, die Versorgungssicherheit gewährleistet und die Gefahr einer angespannten Gasversorgung nach aktuellem Erkenntnisstand weiterhin gering. Im Notfallplan Gas gilt seit dem 1. Juli 2025 die Frühwarnstufe; die Alarmstufe, die seit dem 23. Juni 2022 galt, hat das Bundeswirtschaftsministerium aufgehoben. Die Behörde hält einen vergleichsweise niedrigen Füllstand am Ende des Winters für wahrscheinlich und einen sparsamen Umgang mit Gas wegen des erhöhten Preisniveaus für Haushaltskunden für sinnvoll.
Mehr als diese Angaben wissen wir nicht, und wir ergänzen sie nicht durch Prognosen: Wie sich der Füllstand bis zum Frühjahr entwickelt und was ein Mangel für einzelne Kunden bedeuten würde, sagt die Lagebewertung nicht. Der Füllstand ändert sich täglich; den aktuellen Stand finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur (Quelle unten). Was bei einem Stromausfall mit der Therme geschieht, steht weiter oben – dass die Therme ohne Strom steht, gilt unabhängig vom Gasvorrat.
Wie bleibt die Wohnung warm, wenn nichts davon geht?
Für Haushalte ohne Ofen, Akku und zugelassenen Gasheizer – also für die meisten – bleibt die Wärme, die schon da ist. Unsere Empfehlung, keine amtliche Vorgabe: Heizen Sie nicht die Wohnung, sondern einen Raum. Wählen Sie das kleinste Zimmer mit den wenigsten Außenwänden, schließen Sie die Tür, hängen Sie Decken vor die Fenster und ziehen Sie mit allen Personen dort ein. Wie schnell eine Wohnung auskühlt, hängt von Dämmung, Außentemperatur und Nachbarwohnungen ab; belastbare Messwerte haben wir nicht und nennen deshalb keine Stundenzahl.
Was das BBK in seiner Checkliste unter Licht und Wärme führt, ist unspektakulär: warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke. Sie gehören zum Vorrat wie Wasser und Konserven – im Vorratsplaner sind sie Teil der Liste für die vom BBK empfohlenen zehn Tage. Ein Schlafsack für Minusgrade braucht weder Brennstoff noch Lüftung.
Entsteht durch den Ausfall ein Schaden – etwa ein Frostschaden an einer Leitung –, hängt es vom Verschulden des Netzbetreibers ab, ob er dafür aufkommt; die Regeln stehen im Text über den Schadensersatz bei Stromausfall.
Häufige Fragen
Ist ein Teelichtofen gefährlich oder sinnvoll als Notheizung?
Nein, er ist keine Notheizung. Ein Tontopf über Teelichtern ist kein für Innenräume zugelassenes Heizgerät und fällt aus der BBK-Liste heraus. Der Deutsche Feuerwehrverband hat 2022 auf seiner Seite eine Meldung der Initiative „Rauchmelder retten Leben“ veröffentlicht, nach der wegen der erhöhten Brandgefahr „weder Notfeuerstätten, Feuerschalen, Grills oder Teelichtöfen“ in Wohnräumen eingesetzt werden sollten; vor der Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid warnt in derselben Meldung ein Vertreter des Schornsteinfegerhandwerks (DFV, 7. November 2022). Regionale Medien nennen zusätzlich Kerzen, die zusammenschmelzen und eine große Flamme bilden, und den heißen Ton (Ruhr Nachrichten; Sekundärquelle). Wie viel Wärme ein Teelichtofen abgibt, haben wir weder gemessen noch in einer belastbaren Quelle gefunden – deshalb nennen wir keine Zahl.
Gibt es eine elektrische oder eine Diesel-Heizung, die ohne Strom funktioniert?
Eine elektrische nicht – sie ist das Gegenteil davon. Ein Heizlüfter oder eine Elektroheizung setzt Strom unmittelbar in Wärme um und zieht dabei ein Vielfaches dessen, was die Regelung einer Gastherme braucht (eigene Einschätzung, technisches Grundwissen); aus einer Powerstation reicht das für Minuten, nicht für eine Nacht. Bei Diesel und Petroleum entscheidet nicht der Brennstoff, sondern die Zulassung: Das BBK nennt für Innenräume Gasheizer, Petroleumöfen und Ethanolkamine – und auch die nur, wenn das einzelne Gerät dafür zugelassen ist. Ein Diesel-Lufterhitzer für Zelt, Werkstatt oder Baustelle steht nicht auf dieser Liste. Was gilt, steht auf dem Gerät, nicht in der Produktbeschreibung. Und in jedem Fall: Jede Flamme verbraucht Sauerstoff, also Stoßlüften und CO-Melder.
Friert das Haus mit Wärmepumpe bei Stromausfall ein?
Nicht in den ersten Stunden. Die Wärmepumpe selbst läuft nur mit Aggregat oder großem Speicher weiter (eigene Einschätzung). Frostgefährdet sind zuerst ungedämmte Leitungen in kalten Räumen; ob sie bei mehrtägigem Frost entleert werden müssen, ist eine Frage für den Installateur.
Darf das Notstromaggregat für die Heizung im Keller laufen?
Nein. Laut BBK dürfen Stromerzeuger wegen der Abgase nicht in Innenräumen betrieben werden; geeignet ist ein gut belüfteter, trockener Platz im Freien (Broschüre zum Stromausfall, 2019). Zusätzlich Abstand zu Fenstern und Türen zu halten, ist unsere eigene Empfehlung. Die Abgase enthalten Kohlenmonoxid, ein Keller lüftet nicht. Wie ein Aggregat an die Heizung kommt, steht im Text zum Notstromaggregat.
Quellen
- BBK, Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Stand 11/2025, 2. Auflage) – Heizung ohne Strom, zugelassene Heizgeräte, Stoßlüften, CO-Melder, Checkliste Licht und Wärme.
- BBK, Stromausfall – Sauerstoffmangel- und Zündsicherung, Grillen in Innenräumen.
- BBK, Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe (Stand 01/2019) – Stromerzeuger nur im Freien, kein Gas im Keller.
- giga.de, Funktioniert die Gasheizung bei Stromausfall? – Zündung, Steuerung, Umwälzpumpe; Sekundärquelle.
- Admiral, Bedienungsanleitung „Gasheizer Blue Belle 4200 W“ (PDF im Downloadbereich von Bauhaus, abgerufen am 28.09.2026) – Mindestraumvolumen nach Tabelle, Verbot in Badezimmern, Schlafräumen, Booten, Freizeitfahrzeugen, Hochhauswohnungen und unterhalb des Erdniveaus, Atmosphärenwächter mit Abschaltung bei 1,5 Prozent CO₂, kein Dauerbetrieb, Prüfgrundlage EN 449. Anleitung eines einzelnen Geräts, keine allgemeine Norm.
- stromguide.com, Stromverbrauch Gastherme – 4–10 W Standby, 120–200 kWh im Jahr bei modernen Brennwertkesseln; Sekundärquelle.
- ADAC, Notstromaggregat (Stand 3. September 2026) – Heizungspumpe „circa 25 – 100 W“; Hausaggregate 3 bis 8 kW über Notstrom-Umschalter für die Grundversorgung eines Einfamilienhauses, „Heizungssteuerung, Kühlschrank, Waschmaschine, Licht und Internet laufen damit gleichzeitig“; kleine Inverter-Geräte 1,5 bis 3 kW für die Einspeisung ins Hausnetz „in der Regel zu schwach“; FI-Schutzschalter und Erdung Pflicht; „nie in geschlossenen Räumen betreiben“; 0,5 bis 1,5 Liter Kraftstoff je Betriebsstunde und „circa 1 bis 3 Euro pro Stunde“.
- Bundesnetzagentur, Aktuelle Lage der Gasversorgung in Deutschland („Aktuelle Lagebewertung vom 23. Oktober 2026“, abgerufen am 24. Oktober 2026) – Speicherfüllstand 61,1 % (151,1 TWh), Versorgungssicherheit, Frühwarnstufe seit dem 1. Juli 2025, Einschätzung zum Winterende.
- Deutscher Feuerwehrverband, Erhöhte Brandgefahr durch alternative Heizmethoden (7. November 2022; Meldung der Initiative „Rauchmelder retten Leben“; abgerufen am 24. Oktober 2026) – Teelichtöfen in Wohnräumen, Kohlenmonoxid-Warnung eines Schornsteinfegervertreters.
- Eichhorn L., Thudium M., Jüttner B., The Diagnosis and Treatment of Carbon Monoxide Poisoning, Deutsches Ärzteblatt International, 2018 – 648 Todesfälle 2015, 282 im Jahr 2007, 3 611 stationäre Fälle 2016.
- Deutscher Feuerwehrverband, Fachverbände fordern verstärkte Maßnahmen zur Prävention von Kohlenmonoxidvergiftungen (30.07.2024) – knapp 3 500 Behandlungen jährlich, jede sechste tödlich.
- Deutscher Feuerwehrverband, Rechtzeitige Warnung vor Kohlenmonoxid-Vergiftungen bieten nur CO-Melder (06.05.2022) – Quellen von CO, Eigenschaften des Gases.
- Deutscher Feuerwehrverband, CO-Vergiftungsgefahr mit Langzeitschäden durch Kamine und Öfen (26.10.2021) – jeder vierte Haushalt mit Kamin oder Ofen.
- § 3 1. BImSchV – Feuchtegehalt unter 25 Prozent.
- § 26 1. BImSchV und Bundesumweltministerium, Übergangsregelungen der 1. BImSchV – Fristen für alte Öfen, Ausnahmen.
- Anlage 1 KÜO – Kehrhäufigkeit; § 14 SchfHwG – Feuerstättenschau.
- § 13 NAV – Arbeiten an der Hausinstallation nur durch eingetragene Betriebe; DKE, DIN VDE V 0100-551-2:2023-10 – Ersatzstromeinspeisung.
- haustechnikdialog.de, Wasserführender Kaminofen bei Stromausfall – Forendiskussion; Sekundärquelle.
- Ruhr Nachrichten, Teelichtofen: Heizen-Alternative mit Brandgefahr – Sekundärquelle.
- Wikipedia, Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz 2026; BAKS, Bedingt resilient (2026) – Südwesten Berlins, Januar 2026.
Die Broschüren des BBK haben wir am 5. September 2026 gelesen und geben sie mit eigenen Worten wieder; ihr Wortlaut und ihre Grafiken sind nicht für die kommerzielle Nutzung freigegeben. Wattzahlen, Stunden und Kilowattstunden ohne Quellenangabe sind eigene Schätzungen und Rechnungen, keine Messungen.
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