Redaktion PrepGear – unabhängige Recherche, ohne Labor und ohne eigene Produkttests. Jede Zahl hat eine Quelle oder ist als eigene Schätzung gekennzeichnet; Rechenwege und womit wir Geld verdienen, stehen in der Methodik.
Kochen ohne Strom: was das BBK für Innenräume erlaubt, was nur draußen geht – und was Ihre Powerstation wirklich schafft
Bei einem Stromausfall bleibt der Elektroherd kalt; einen Gasherd können Sie nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK, Stand 11/2025) oft weiter nutzen. In der Wohnung nennt das BBK drei Möglichkeiten: ein Stövchen mit Teelicht, ein Fondue-Set mit Brennpaste und einen Gaskocher, der ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist. Den Campingkocher mit Gaskartusche und jeden Grill weist die Broschüre dem Freien zu. Mit einer Powerstation zu kochen ist die ungünstigste und – gemessen an der nötigen Akkukapazität – aufwendigste Variante: Eine einzige Gaskartusche ersetzt rechnerisch rund 2 300 Wattstunden Akku auf dem Gehäuse – die Rechnung steht weiter unten, mit der Herstellerangabe, auf der sie beruht.
Dieser Text gibt keine Rezepte und keine Anleitung, wie man „doch irgendwie“ drinnen mit offener Flamme kocht. Er trennt, was das BBK sagt, von dem, was wir selbst schätzen oder ausrechnen, und er sagt an einer Stelle offen, dass sich die Behörde widerspricht. Wie wahrscheinlich ein langer Stromausfall überhaupt ist, rechnen wir an anderer Stelle nach.
Sofort, bevor Sie etwas anzünden: Elektroherd und Wasserkocher ausschalten
Der konkreteste Rat zum Thema steht nicht in den Kochlisten, sondern im Brandschutz-Kapitel der BBK-Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ (Stand 01/2019, Seite 9): Schalten Sie nach Eintritt des Stromausfalls sofort alle elektrischen Wärmegeräte aus – das BBK nennt Herd, Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und Heizlüfter. Der Grund: Kehrt der Strom zurück, würden die Geräte sonst unkontrolliert wieder anlaufen. Das ist ein Handgriff, und er verhindert, dass eine vergessene Herdplatte beim Wiederkehren des Stroms plötzlich heiß wird.
Für alles, was danach mit offener Flamme geschieht, nennt dieselbe Broschüre eine zweite Pflicht: ausreichend lüften – bei Kerzen genauso wie bei Gasflammen.
Kochen ohne Strom in der Wohnung: Was erlaubt das BBK drinnen – und was nur draußen?
Die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Stand 11/2025, 2. Auflage, Seite 22) ordnet die Möglichkeiten in zwei Listen: was in Räumen geht und was nur im Freien. Auf zwei weiteren BBK-Seiten zum selben Thema steht es teils anders. Wir haben alle drei am 24. Oktober 2026 gelesen:
| Gerät | Broschüre 11/2025, Seite 22 | BBK-Seite „Stromausfall“ | BBK-Seite in Leichter Sprache |
|---|---|---|---|
| Stövchen mit Teelicht | drinnen (wärmt Essen auf) | nicht genannt | drinnen |
| Fondue-Set mit Brennpaste | drinnen (bringt kleine Mengen zum Kochen) | nicht genannt | drinnen |
| Gaskocher | drinnen, wenn für Innenräume zugelassen | nicht genannt | draußen |
| Campingkocher mit Gaskartusche | nur draußen | Ort nicht genannt | nur draußen, ausdrücklich |
| Grill (Gas oder Holzkohle) | nur draußen | nicht in Wohnung oder Haus – Erstickungsgefahr | nur draußen, ausdrücklich |
Beim Gaskocher sagen zwei BBK-Seiten Verschiedenes, beim Campingkocher lässt eine der drei den Ort offen. Auch die ältere Broschüre von 2019 sagt nur, dass sich mit einem Campingkocher kleinere Mahlzeiten zubereiten lassen, ohne einen Ort zu nennen. Wer nachschlägt, findet also womöglich genau die Fassung, die ihm gerade passt. Wir suchen uns keine aus, sondern nehmen die strengste, weil bei ihr ein Irrtum niemanden gefährdet. Das ist unsere eigene Regel, keine Vorgabe des BBK:
Kochen Sie draußen – außer die Anleitung Ihres einzelnen Geräts erlaubt den Betrieb in Räumen ausdrücklich.
Was die Liste drinnen leistet, ist wenig: Das Stövchen wärmt etwas auf, das Fondue-Set bringt kleine Mengen zum Kochen. Sie sind eine Notlösung für den ersten Abend, kein Ersatz für eine Küche. Jede Flamme im Raum verbraucht Sauerstoff, und bei Sauerstoffmangel entsteht Kohlenmonoxid; das BBK rät deshalb zu geprüften CO-Meldern. Wie viele Menschen daran jährlich sterben und was ein Melder leistet, steht im Text Heizen ohne Strom – dort auch, warum ein Tontopf über Teelichtern kein zugelassenes Heizgerät ist. Wir nennen keine Bedingungen, unter denen eine Flamme im Schlafzimmer, im Keller oder ohne CO-Melder doch in Ordnung wäre – das ist keine Beratung, die wir geben.
Ob Ihr Gasherd ohne Netzspannung zündet und brennt, hängt vom Gerät ab. Das BBK schreibt „oft“; warum es bei manchen nicht klappt, haben wir nicht mit einer Herstellerquelle belegt – die Antwort steht in der Anleitung Ihres Herds.
Wie viel Gas braucht ein warmes Essen? Gaskartuschen für zehn Tage berechnen
Der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) nennt in einem Verbrauchertipp für unterwegs (26. Juni 2025) drei Werte, zwei davon ausdrücklich für zwei Personen: etwa 10 Gramm Gas, um Wasser für Kaffee und Tee zu erhitzen, rund 20 Gramm für Rührei und rund 50 Gramm für ein Pastagericht mit Soße (dort ohne Personenangabe). Die üblichen Füllgrößen sind laut DVFG 100, 230 und 450 Gramm. Daraus lässt sich eine Zahl ableiten, die der Vorratsplaner so nicht zeigt (eigene Rechnung, ganze Portionen für zwei Personen je Kartusche):
| Kartusche | Pastagerichte | Rührei | Runden Heißgetränke |
|---|---|---|---|
| 100 g | 2 | 5 | 10 |
| 230 g | 4 | 11 | 23 |
| 450 g | 9 | 22 | 45 |
Für den Haushalt rechnen wir mit einem warmen Gericht – dem Pastagericht, dem gasintensivsten der drei DVFG-Beispiele – und einer Runde Heißgetränke je Person und Tag. Das sind 50 + 10 Gramm für zwei, also 30 Gramm je Person und Tag. Die DVFG-Werte für Heißgetränke und Rührei gelten für zwei Personen; dass auch das Pastagericht für zwei reicht, dass sich alles linear auf eine Person herunterrechnen lässt und ein Kind wie ein Erwachsener zählt, ist unsere Annahme. Zum Vergleich: Der Planer rechnet nur das Abkochwasser – 1 Liter je Person und Tag, 16 Liter je Kartusche (siehe Methodik; wie viel Wasser Sie überhaupt abkochen müssen, steht in Wasser bei Stromausfall).
| Haushalt, 10 Tage | Abkochwasser, Liter | Kartuschen à 230 g (nur Abkochwasser) | Warmes Essen, Gramm Gas | Kartuschen à 230 g | Kartuschen à 450 g |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Person | 10 | 1 | 300 | 2 | 1 |
| 2 Personen | 20 | 2 | 600 | 3 | 2 |
| 4 Personen | 40 | 3 | 1 200 | 6 | 3 |
Wer warm essen will, plant mit den rechten Spalten; die beiden Rechnungen werden nicht addiert, weil das Wasser für die Heißgetränke in beiden steckt. Der Unterschied ist erheblich: Für vier Personen sind es bei reinem Abkochwasser drei Kartuschen, beim warmen Essen sechs. Bei fünf Personen kämen nach derselben Rechnung sieben Kartuschen à 230 Gramm heraus – mehr als der DVFG-Richtwert „bis zu sechs Kartuschen pro Gerät“; dann bieten sich 450-Gramm-Kartuschen an (vier Stück) oder ein zweites Gerät. Der DVFG betont dabei, dass es für die Lagerung im Haus keine rechtlich festgelegte Grenze gibt – sechs ist eine Empfehlung.
Wie weit eine Kartusche tatsächlich reicht, hängt von Kocher, Topf, Wind und Ausgangstemperatur ab; rechnen Sie im Zweifel eine Kartusche mehr. Einen Preis pro Kartusche nennen wir nicht, weil wir keinen geprüften Preis haben.
Gaskocher für Innenräume: Woran erkennt man ein Gerät, das drinnen erlaubt ist?
Das BBK verlangt für den Gaskocher in der Wohnung eine Zulassung für Innenräume und spricht von besonderen Sicherungsmechanismen, ohne sie zu benennen. Was ein Gerät darf, steht deshalb nicht in der Produktbeschreibung, sondern in seiner Anleitung und auf dem Typenschild. Zwei Hinweise helfen beim Lesen:
- Nennt die Anleitung die Norm EN 484, ist das Gerät für den Betrieb im Freien genormt. So lautet der veröffentlichte Titel der Norm bei DIN Media: „Flüssiggasbetriebene Kochgeräte einschließlich solcher mit Grillteilen zur Verwendung im Freien“. Den Normtext selbst haben wir nicht gelesen; er ist kostenpflichtig.
- EN 521 und EN 417 sagen nichts über den Ort. EN 521 betrifft nach ihrem Titel „tragbare, mit Dampfdruck betriebene Flüssiggasgeräte“, EN 417 die Kartuschen. Der Hersteller Optimus nennt in der deutschen Anleitung seines Kochers Crux Lite beide Normen (Kocher nach EN 521, Kartuschen nach EN 417) und schreibt im selben Dokument „ausschliesslich im Freien verwenden“ sowie, dass falscher Gebrauch zu Brand, Explosion oder Kohlenmonoxidvergiftung führen kann. Die Norm allein entscheidet es also nicht – die Anleitung tut es.
Bei unserer Durchsicht (Stand 28.09.2026, nicht vollständig) haben wir keinen in Deutschland verkauften Kocher gefunden, dessen Hersteller eine Zulassung für Innenräume ausweist. Deshalb nennen wir kein Modell und keine Kaufempfehlung. Die Sauerstoffmangelsicherung, die das BBK für gasbetriebene Heizgeräte verlangt, ist beim Kochen kein belegtes Kaufkriterium: Auf der BBK-Seite steht sie im Abschnitt „Wenn die Heizung ausfällt“, nicht beim Kochen, und in der Optimus-Anleitung kommt sie nicht vor. Worauf es bei Heizgeräten ankommt, steht in Heizen ohne Strom.
Gaskartuschen im Haus: Wie viele, wo – und was beim Abkoppeln gilt
Der DVFG empfiehlt, nicht mehr Kartuschen als nötig zu Hause zu lagern, und nennt beispielhaft höchstens sechs je Gerät. Den Keller hält er für die Bevorratung von Kartuschen für ungeeignet; die Kartuschen brauchen Schutz vor Hitze und Witterung. Das passt zur Aussage des BBK, Gas nicht im Keller zu lagern, die wir im Text Heizen ohne Strom einordnen.
Für Flüssiggasflaschen (5 oder 11 Kilogramm, nicht für Kartuschen) gilt nach der Technischen Regel Flüssiggas, wie der DVFG sie wiedergibt: In Räumen darf höchstens eine Flasche betrieben und eine weitere derselben Größe gelagert werden; Schlafräume und Keller sind tabu, weil Flüssiggas schwerer ist als Luft.
Zwei Hinweise des DVFG zum Umgang: Schraub- und Ventilkartuschen sollten vor einer Reise von Kochern getrennt werden, weil sich das Ventil lösen und Gas ausströmen kann – wir übertragen das als eigene Folgerung auf die Lagerung: Kartusche nach dem Kochen abschrauben. Stechventil-Kartuschen sollen aufgebraucht oder abgeströmt werden, und zwar nur draußen und ohne Zündquellen in der Nähe. Leere Kartuschen gehören in die Wertstoffsammlung, Kartuschen mit Restgas ins Schadstoffmobil oder auf den Wertstoffhof.
Kochen mit der Powerstation: Warum die Leistung zuerst ausgeht
Die Frage, die hinter „Wasserkocher an der Powerstation“ steckt, ist selten die nach der Energie, sondern die nach der Leistung. Das BBK rechnet in seiner Broschüre von 2019 für Geräte, die Wärme erzeugen – Wasserkocher, Heizgeräte, Kochplatten – mit bereits 1 500 bis 2 000 Watt je Gerät. Die Herstellerseiten, die wir gelesen haben, liegen darüber: Bosch (TWK3A013, 1,7 Liter) und Severin (WK 9342, 1 Liter) geben jeweils 2 400 Watt an.
Ein solcher Kocher fällt nach unserer Rechenregel aus den Stationsklassen 1 000 und 2 000 Watt heraus: Wir verlangen 20 Prozent Reserve über der Nennleistung (eigene Annahme, dieselbe Regel wie im Rechner für Akku und Wechselrichter), das sind 2 880 Watt. Einen höheren Anlaufstrom setzen wir für das Heizelement nicht an (ebenfalls eigene Annahme). Wie viel Watt Ihre übrigen Geräte zusammen ziehen, rechnet der Watt-Rechner für Notstrom.
| Verbraucher | Leistung | mit 20 % Reserve | Station 1 000 W | Station 2 000 W | Station 3 000 W |
|---|---|---|---|---|---|
| Wasserkocher, Herstellerangabe | 2 400 W | 2 880 W | reicht nicht | reicht nicht | reicht |
| Rechenbeispiel: Kocher mit 900 W | 900 W | 1 080 W | knapp | reicht | reicht |
| Induktionsplatte, Stufe 01 | 100 W | 120 W | reicht | reicht | reicht |
„Knapp“ heißt: Die Station trägt den Kocher, hat aber keine 20 Prozent Reserve.
Die Energie ist die zweite Grenze. Für einen Liter Wasser setzen wir 115 Wattstunden an: Das ist die Obergrenze, die das Umweltzeichen Blauer Engel für Wasserkocher (DE-UZ 133, Abschnitt 3.2) bei 20 Grad Ausgangstemperatur zulässt; die Vergabekriterien galten laut Dokument bis zum 31.12.2023, wir verwenden den Wert als Richtgröße. Das physikalische Minimum liegt bei 93 Wattstunden (eigene Rechnung aus 4,186 Kilojoule je Kilogramm und Kelvin). Nach unserer Regel wie im Vorratsplaner kommen 80 Prozent der Kapazität auf dem Gehäuse an der Steckdose an (eigene Annahme). Daraus folgt für Stationen allgemeiner Größe:
| Kapazität auf dem Gehäuse | an der Steckdose (80 %) | kocht … Liter | 2 400-W-Kocher läuft |
|---|---|---|---|
| 500 Wh | 400 Wh | 3,5 l | 10 Minuten |
| 1 000 Wh | 800 Wh | 7,0 l | 20 Minuten |
| 2 000 Wh | 1 600 Wh | 13,9 l | 40 Minuten |
| 3 000 Wh | 2 400 Wh | 20,9 l | 60 Minuten |
Das Kriteriendokument zum Blauen Engel (nicht das BBK) hält außerdem fest, dass ein Elektroherd selbst bei günstigen Bedingungen etwa 50 Prozent mehr Strom für dieselbe Wassermenge braucht als ein Wasserkocher. Wenn schon Strom, dann der Kocher, nicht die Platte.
Ein Hinweis zum Werbeblock am Seitenende: Dort stehen Powerstations mit mindestens 2 000 Watt Dauerleistung und ein Messstecker, obwohl dieser Text für das Kochen zum Gaskocher im Freien rät. Wenn Sie nur Wasser kochen wollen, führt der Weg dorthin nicht über den Block unten. Der Messstecker (Shelly Plug M Gen3) zeigt, wie viel Watt Ihr Wasserkocher tatsächlich zieht; er schaltet bei ohmscher Last bis 3 000 Watt (Herstellerangabe).
Wenn Sie schon eine Station haben: Kocher mit wenig Watt und die kleinste Induktionsstufe
Die Energie pro Liter bleibt gleich, egal wie viel Watt der Kocher hat; nur die Dauer und die Klasse ändern sich. Ein Kocher mit 900 Watt – wir rechnen damit als Beispiel und nennen kein Modell, weil wir dafür keine aktuell abrufbare Herstellerseite haben – braucht nach unserer Regel eine Station mit mindestens 1 080 Watt Dauerleistung; die 2 000-Watt-Klasse trägt ihn mit Reserve, die 1 000-Watt-Klasse nur knapp. Auf einer Station mit 1 000 Wattstunden auf dem Gehäuse kocht er etwa 7 Liter und läuft dabei rund 53 Minuten.
Die zweite Möglichkeit ist die Einzel-Induktionsplatte, und sie hat einen echten Vorteil: keine Flamme, keine Abgase. Die Bedienungsanleitung des Modells CT 2010/IN von Rommelsbacher nennt als kleinste Leistungsstufe 100 Watt (Richtwert für Stahltöpfe von 20 Zentimetern) und empfiehlt für kleine Mengen, mit den Stufen 01 bis 03 zu beginnen. Auf einer Station mit 1 000 Wattstunden läuft sie auf Stufe 01 rund 8 Stunden (eigene Rechnung). Schnell kocht man damit nichts; sinnvoll ist sie nach unserer Einschätzung zum Warmhalten und für langsames Garen.
Kartusche oder Akku? Die Rechnung für zehn Tage
MSR (Cascade Designs) gibt für den Kocher PocketRocket 2 an: Mit einer 227-Gramm-Kartusche des hauseigenen Gases „MSR IsoPro“ lassen sich 16 Liter Wasser kochen. Das sind 14 Gramm Gas je Liter. Beim Strom braucht derselbe Liter 115 Wattstunden. Für die 16 Liter sind das 1 840 Wattstunden Wärme, auf dem Gehäuse einer Powerstation rund 2 300 Wattstunden (eigene Rechnung). Die 16 Liter sind eine Herstellerangabe für genau diese Kartusche, diesen Kocher und dieses Gas – auf „eine Gaskartusche“ im Allgemeinen übertragen wir sie nicht –, und sie ist gemessen, enthält also die Verluste des Brenners.
Nehmen wir die Aufgabe, die auch der Vorratsplaner stellt – zwei Erwachsene und ein Kind, zehn Tage, 30 Liter Abkochwasser:
- Gasweg: zwei Kartuschen, zusammen 454 Gramm.
- Stromweg: 3 450 Wattstunden Wärme, auf dem Gehäuse 4 313 Wattstunden. Stand 24.10.2026 hat keine Station in unserem Katalog und unserem Händlerfeed so viel Kapazität. Selbst mit dem physikalischen Minimum von 93 Wattstunden je Liter wären es rund 3 488 Wattstunden – die Rechnung ist dem Strom gegenüber also freundlich, und er verliert trotzdem.
Gas hat dafür eine Bedingung, die der Akku nicht hat: Der Kocher gehört ins Freie (siehe oben). Das BBK nennt für den Grill ausdrücklich Garten oder Balkon, nicht aber Wohnung oder Haus. Wer weder Garten noch Balkon hat, hat mit Gas ein Problem, das die Rechnung nicht löst. Der Weg über ein Notstromaggregat im Freien ist ein anderes Thema und steht im Text Notstromaggregat zu Hause.
Spiritus, Trockenbrennstoff, Petroleum: Was davon zählt
- Trockenbrennstoff (Tabletten). Der Hersteller Esbit schreibt, dass der Brennstoff nur im Freien verwendet werden darf, und warnt vor der Brandgefahr durch offenes Feuer. Die Brenndauer gibt er mit rund 5 Minuten für eine 4-Gramm-Tablette, 12 Minuten für 14 Gramm und 15 Minuten für 27 Gramm an. Abgase und Kohlenmonoxid nennt Esbit in diesem Zusammenhang nicht; die Angabe, der Brennstoff entwickle keinen sichtbaren Rauch, ist keine Freigabe für Räume.
- Spiritusbrenner. Esbit verlangt auch hier den Betrieb im Freien und warnt, dass das Nachfüllen in einen noch heißen Brenner lebensgefährlich ist (Stichflammen). Eine Füllung mit 70 Millilitern Brennspiritus brennt nach Herstellerangabe bis zu 30 Minuten.
- Petroleum. Das BBK nennt den Petroleumofen bei den Heizgeräten, nicht in der Kochliste. Uns ist keine seriöse Stelle bekannt, die einen Petroleumkocher für Wohnräume freigibt; Berichte darüber stammen aus Shops und Foren. Ein Petroleumofen ist ein Heizgerät, kein Kocher – die Begriffe werden online oft vermischt.
Was Sie kalt essen können – und warum das die billigste Antwort ist
Das BBK sagt es in seinen Vorratstipps nüchtern: Essen, das nicht gekocht werden muss, ist sofort essbar, und bei Essen, das mit wenig Energie gekocht werden kann, hält die Energie des Campingkochers oder Grills länger. Auf der Seite zum Stromausfall nennt die Behörde haltbare Lebensmittel, die sich kalt verzehren lassen, als Vorteil. Wir leiten daraus (eigene Folgerung) ab, was die Gasrechnung oben bestätigt: Jedes Gericht, das ohne Kochen auskommt, spart Kartuschen. Welche Mengen und welche Lebensmittel zu einem Zehn-Tage-Vorrat gehören, rechnet der Vorratsplaner; was in den Notfallrucksack gehört, steht in der Checkliste des BBK.
Der Thermobehälter: Einmal kochen, Stunden später warm essen
Ein Thermobehälter ist die einzige Möglichkeit in diesem Text ohne Flamme, ohne Strom und ohne Zulassungsfrage – allerdings muss das Essen vorher einmal gegart werden. Der Hersteller Thermos gibt für sein Speisegefäß „Stainless King“ mit 0,47 Litern eine Isolierleistung von 9 Stunden heiß und 14 Stunden kalt an (Herstellerangabe). Das ist eine Zahl für dieses eine Gefäß; andere Behälter haben andere Werte.
Auch der Planer führt eine Thermoskanne für zwei Personen auf seiner Einkaufsliste. Der Gedanke dahinter lässt sich mit dem DVFG-Wert beziffern: Jede Runde Heißgetränke, die aus der Kanne statt vom Kocher kommt, spart etwa 10 Gramm Gas je zwei Personen (eigene Rechnung); das Wasser wird einmal gekocht, die Flamme brennt nicht mehrmals am Tag.
Gibt es das BBK-Kochbuch „Kochen ohne Strom“ als PDF?
Nach der Projektseite des BBK (gelesen am 24. Oktober 2026) ist das Notfallkochbuch mit dem Bassermann Verlag entstanden und seit dem 27. September 2021 im Buchhandel für 9,99 Euro erhältlich; es enthält 50 Rezepte aus einem Wettbewerb mit 522 Einsendungen. Ein kostenloses PDF des Buches haben wir auf der BBK-Seite nicht gefunden. Frei verfügbar ist die Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ mit dem Kapitel „Ohne Strom kochen“ (Seite 22) und die Seite in Leichter Sprache. Rezepte drucken wir hier nicht ab: Das ist das Buch des BBK, und eigene Rezepte haben wir nicht.
Häufige Fragen
Funktioniert der Gasherd bei Stromausfall?
Oft, schreibt das BBK. Ob Ihr Herd ohne Netzspannung zündet und brennt, hängt vom Gerät ab; die Antwort steht in seiner Anleitung. Wir haben dazu keine Herstellerquelle und sagen deshalb nicht mehr als das BBK.
Darf ich in der Wohnung grillen?
Nein. Das BBK warnt ausdrücklich davor, in der Wohnung oder im Haus zu grillen: Es besteht Erstickungsgefahr. Genannt werden Garten- oder Tischgrills mit Holzkohle oder Gas auf dem Balkon oder im Garten.
Reicht ein gekipptes Fenster, wenn ich den Campingkocher drinnen anmache?
Dafür gibt es keine Grundlage, die wir tragen könnten. Das BBK macht den Betrieb in Räumen von der Zulassung des Geräts abhängig, nicht von der Stellung des Fensters, und der Hersteller Optimus schreibt in seiner Anleitung „ausschliesslich im Freien verwenden“. Unsere Regel steht oben.
Wie viele Gaskartuschen darf ich zu Hause lagern?
Der DVFG sagt: Es gibt keine rechtlich festgelegte Grenze. Er empfiehlt, nicht mehr als nötig zu lagern, beispielsweise höchstens sechs je Gerät, und nicht im Keller.
Wie lange reicht eine Gaskartusche beim Kochen?
Das hängt vom Gerät ab. Optimus nennt für seinen Kocher Crux Lite bis zu 90 Minuten bei voller Leistung mit einer 230-Gramm-Kartusche (155 Gramm je Stunde); MSR gibt für den PocketRocket 2 mit einer 227-Gramm-Kartusche ungefähr 60 Minuten an. Als Faustzahl für Mahlzeiten: Nach dem DVFG reicht eine 230-Gramm-Kartusche rechnerisch für vier Pastagerichte (eine Personenzahl nennt der DVFG dafür nicht).
Kann ich mit der Powerstation Wasser kochen?
Ja, aber nur eine Station der 3-Kilowatt-Klasse trägt einen handelsüblichen 2 400-Watt-Kocher mit der von uns gewählten Reserve, und eine 1-Kilowattstunden-Station kocht rund 7 Liter. Details und die Alternativen stehen oben im Abschnitt zur Powerstation.
Ist ein Teelichtofen eine Kochstelle?
Nein. Er ist weder ein zugelassenes Heizgerät noch ein Kocher; die Antwort mit Quelle steht in Heizen ohne Strom.
Quellen
Alle Seiten abgerufen am 24.10.2026, sofern nicht anders angegeben.
- BBK, Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Stand 11/2025, 2. Auflage) – Kapitel „Ohne Strom kochen“, Seite 22: Räume und Freies, Gefahren, Vorratstipps; Checkliste.
- BBK, Vorsorge und Handeln bei Stromausfall – Abschnitt „Kochen ohne Strom“, Grillen in Wohnung und Haus; Abschnitt „Wenn die Heizung ausfällt“ (Sauerstoffmangel- und Zündsicherung bei gasbetriebenen Heizquellen).
- BBK, Kochen ohne Strom in Leichter Sprache – drinnen und draußen, Warnung zu Campingkocher und Grill.
- BBK, Projekt Notfallkochbuch „Kochen ohne Strom“ – Bassermann Verlag, 27.09.2021, 9,99 Euro, 50 Rezepte, 522 Einsendungen.
- BBK, Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe (Stand 01/2019) – Seite 9: Wärmegeräte sofort ausschalten, Lüftung bei offenen Flammen; Seite 11: 1 500 bis 2 000 Watt je Wärmegerät.
- DVFG, Verbrauchertipp „Kompakte Sommer-Energie für unterwegs“ (26.06.2025) – Gramm Gas je Gericht für zwei Personen, Füllgrößen 100/230/450 g, „bis zu sechs Kartuschen pro Gerät“, Abkoppeln, Stechventil, Recycling.
- DVFG, Häufige Fragen – Lagerung von Gaskartuschen: keine rechtlich festgelegte Grenze, Keller ungeeignet.
- DVFG, Lagerung von Gasflaschen – Technische Regel Flüssiggas, Flaschen in Räumen.
- DIN Media, DIN EN 484:2020-06 und DIN EN 521:2020-05 – veröffentlichte Titel; Normtexte nicht gelesen.
- Optimus (Katadyn Group), Gebrauchsanweisung Crux / Crux Lite / Elektra – EN 521, EN 417, Brenndauer, Betrieb nur im Freien.
- MSR / Cascade Designs, PocketRocket 2 – 16 Liter je 227-g-Kartusche (MSR IsoPro), Brenndauer rund 60 Minuten; englisch.
- Esbit, Trockenbrennstoff-Tabletten (englisch) und Spiritusbrenner – nur im Freien, Brenndauern, Nachfüllen.
- Rommelsbacher, Bedienungsanleitung CT 2010/IN – 2 000 W Nennaufnahme, Stufe 01 = 100 W (Richtwert).
- Bosch, TWK3A013 und Severin, Datenblatt WK 9342 – Anschlusswert beziehungsweise Leistung 2 400 W.
- Umweltzeichen Blauer Engel, Vergabekriterien DE-UZ 133 „Wasserkocher für den Hausgebrauch“, Fassung auf berlin.de – höchstens 0,115 kWh je Liter ab 20 °C, Abschnitt 3.2; Elektroherd etwa 50 Prozent mehr Strom als Wasserkocher; Kriterien bis 31.12.2023.
- Thermos, Stainless King Food Jar 0,47 l – Isolierleistung 9 h heiß, 14 h kalt.
Die Broschüren und Seiten des BBK haben wir gelesen und geben sie mit eigenen Worten wieder; ihr Wortlaut und ihre Grafiken sind nicht für die kommerzielle Nutzung freigegeben. Wattzahlen, Stunden, Liter und Gramm ohne Quellenangabe sind eigene Annahmen und Rechnungen, keine Messungen. Wir haben keinen Kocher, keine Kartusche und keine Powerstation selbst geprüft.
Werbung/Affiliate-Links: Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links kaufen, erhalten wir eine Provision vom Händler. Der Preis für Sie ändert sich nicht. Die Reihenfolge der Produkte hängt nicht von der Provision ab – siehe Methodik.